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Was kann ich verantworten?

Wir werden die #WM2022 weder schauen, noch über sie schreiben. Das ist nicht als Aufruf zu verstehen, sondern ein rein persönlicher Beschluss. Und darum geht schließlich: Jeder und jede soll das Recht nutzen, das uns allen zusteht: die Möglichkeit aus Pro und Contra abzuwägen, um individuell eine Entscheidung zu fällen. Niemand gehört an den Marterpfahl, weil er die WM schaut oder live den Hattrick von Niklas Füllkrug feiern will. Spaltungen gibt es schon genug, Schuld und Brandherde haben weder in Fankurven oder auf der Couch angefangen, noch sind sie dort zu suchen.

Dennoch ist die WM in Katar nicht nur sportlich, sondern als politischer und wirtschaftlicher Spielball zu betrachten. Und gerade deshalb ist eine Egalhaltung ( ≠ Enthaltung) nicht förderlich, sich für das Wie und Warum zu interessieren, dafür umso wichtiger. Das konnten wir alle seit Jahren tun, Wegschauen war und ist dankbarerweise nicht möglich – so sehr sich das Uli Hoeneß auch wünschen würde. Letztens Endes geht es um die einfache Frage, ob man selbst und für sich das Einschalten dieses Turniers verantworten kann. Denn was bringt das Dabeisein, wenn du überredet statt überzeugt wurdest?!

Punktuell kommt bei uns rein sportlich betrachtet hinzu, dass uns schlichtweg die Fantasie für ekstatischen Torjubel fehlt. Weil das, was dort unten auf dem Rasen passiert, untrennbar von seiner Organisation wahrgenommen werden kann. Es gibt daher viele Dinge, die wir in den nächsten Wochen als sinnvoller erachten. Alemannia Aachen gegen Rot-Weiß Oberhausen oder SSV Ulm gegen Eintracht Trier zum Beispiel. Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wird uns auch das heimische Hallenturnier mit Befreiungsschlägen unters Dach sowie John McClane an den weihnachtlichen Tagen bestens unterhalten.

In diesem Sinne, bleibt offen und sportlich und liebt, wen ihr wollt. Nur nicht RB Leipzig.

Eure Furche