Getagged: serie a

Oh, Bergamore!

Seit der Corona-Pause das erste Mal wieder ein Spiel der Nerazzurri (gegen Brescia) gesehen. Es ist wirklich beeindruckend, was dort gerade passiert und sich nach Jahren kontinuierlicher Arbeit nun bezahlt macht. Ein Fußball zum Genießen, immer geht es über die Außen, selten braucht es mehr als zwei, drei Ballkontakte für die Überbrückung. Festes, sicheres Kombinationsspiel, das selbst bei völliger Ballkontrolle und in Führung liegend weiter nach vorne geht. Ohne Bedrängnis spielt niemand die Murmel nach hinten, keine bekloppten Eins-gegen-Eins-Situationen, Risiko ja, Harakiri nein. Zudem hat es den Eindruck, dass auf dem Platz untereinander vergleichsweise viel gesprochen wird.

Es macht einfach Laune dieser Truppe und ihrer offensiven Spielidee zuzuschauen. 7:1 gegen Udinese, 5:0 gegen Milan, 5:0 gegen Parma, 7:0 gegen FC Turin, 7:2 gegen Lecce und ein 6:2 gegen Brescia fallen nicht vom Himmel und sind nur Aushängeschilder der bislang 93 Tore in 33 Spielen. Nicht zu vergessen die acht Buden gegen Valencia im Champions-League-Achtelfinale. Keine zweite Meinung gibt es auch darüber, dass Bergamo beim jüngsten 2:2 gegen Juventus eigentlich als verdienter Sieger hätte vom Platz gehen müssen, hätte Schiedsrichter Piero Giacomelli in Minute 90 klare Sicht auf die Dinge bewahrt – die Meisterschaft wäre völlig offen gewesen. Und das alles mit einem Kader, dessen Marktwert mit rund 266 Million Euro zwischen Hoffenheim und Mönchengladbach rangiert.

Das in Summe macht Atalanta für uns zu keinem Favoriten, aber zu einem ernst zu nehmenden Anwärter auf den Champions-League-Titel. Wer das belächelt, sollte sich die Truppe dringend mal ein komplettes Spiel lang gönnen. Oder sich an Ajax 2018/19 erinnern.