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Lasst doch mal den Olaf durch!

Heute vor 33 Jahren, Schalke empfängt im DFB-Pokal-Halbfinale Bayern München: Der blutjunge Olaf Thon nagelt den Ball in der 120. Minute zum 6:6 in den Giebel. Danach stand er in einem der legendärsten Interviews deutscher Sportberichterstattung Rolf Töpperwien Rede und Antwort – zumindest versuchte er es.

Theaterstück über „Juller“ Hirsch

Zwei Mal deutscher Meister, Olympiateilnehmer, erster „Star“ im deutschen Fußball, Soldat im Ersten Weltkrieg, dann nach Ausschwitz deportiert und getötet. Dem Leben von Julius „Juller“ Hirsch widmet sich nun das Theater der Jungen Welt Leipzig. Premiere ist am 8. April, zehn weitere Bundesligastädte folgen: http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-84424.html

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Völlig losgelöst von der Erde

»Der DFB wirkt wie ein Raumschiff«
Zwischen Traumwelt und Realität: die Kluft zwischen DFB und den Amateurvereinen wird immer größer. Der FC Internationale Berlin schickt deshalb 11+1 Wünsche an DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Via 11 Freunde: http://www.11freunde.de/interview/wunschzettel-den-dfb

R.I.P. Fußball

Am 26. Februar hatten wir für die mögliche Wahl Al Chalifas „etwas vorbereitet“. Dann wurde überraschend Gianni Infantino neuer FIFA-Präsident und das Runde Leder atmete trotz vieler Fragezeichen kurz auf. Heute müssen wir das Ganze leider aktualisieren und nehmen in tiefer Trauer Abschied.

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Tacheles zum x-ten “Weckruf”

Der 2:1-Anschlusstreffer durch Harry Kane war die bezeichnende Szene des Spiels. Eine kurze, schnelle Drehung reichte dem 22-Jährigen, um dann durch einen Beinschuss ins lange Eck zu treffen. Seine beiden Gegenspieler Müller und Özil führten dabei einen Synchrontanz vor, der eher an eine königliche Eskorte erinnerte als an einen Zweikampf. Das ganze zehn Meter vor dem eigenen Tor, wo selbst auf diesem Niveau das Tribünendach nie die schlechteste Lösung ist.

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Doch hatte man sich über dieses Laissez-faire schon während des gesamten Spiels echauffieren müssen, bekam man von Thomas Müller im späteren Interview noch einen Nachtritt, indem er klarstellte: „Wir konnten den Testspielcharakter irgendwie nicht abschütteln. Wir als Mannschaft sind nicht an die 100%, auch vom Einsatz, von der Aggressivität, rangekommen. Das ist leider nichts Neues, dass wir bei Testspielen nicht ganz so gut aussehen.“ Man darf fragen, was es also braucht für die richtige Einstellung. Der größte europäische Klassiker inklusive ausverkauftem Olympiastadion scheint das nötige Adrenalin und die richtige Einstellung nicht hervorrufen zu können. Auch Testspiele waren zwischen diesen beiden Nationen seit jeher von Prestige geprägt und stellten immer weit mehr dar als ein Trainigskick. Englands 5:1-Kantersieg in München inklusive Michael Owens Drei-Tore-Gala ist bis heute ebenso Thema im Pub wie Didi Hammans „Abrissbirne für Wembley“, die vielen Inselbewohnern immer noch den Magen umdreht.

Der Irritation nicht genug. Im Aktuellen Sportstudio spricht Löw das aus, was man als Zuschauer von Minute eins an gesehen und gefühlt hatte: „Wir hatten, selbst als wir 2:0 geführt haben, eigentlich kein gutes, dynamisches Spiel. Wir hatten auch nicht immer in diesem Spiel die Kontrolle.“ Nur fünf Minuten zuvor waren Gomez und Khedira, offensichtlich vom 2:0-Vorsprung geblendet, vom Gegenteil überzeugt. Wusste zunächst Gomez, dass man „bis zum 2:0 und auch die paar Minuten danach ein richtig, richtig gutes Spiel gemacht“ hat, war sich auch Khedira sicher „bis zum 2:0 vieles richtig gemacht“ gemacht zu haben. Offenbar ist es nicht nur ein Problem der Einstellung, sondern auch eines mit dem Realitätsempfinden eines Weltmeisters.

Doch dass Fußball nicht ausschließlich Kopfsache ist, wurde gestern ebenfalls bewiesen. Der 11 Freunde-Ticker brachte das 2:2 von James Vardy auf den Punkt: „Was für eine Bude! Ausrufezeichen! Und Jogi Löw? Bringt Lukas Podolski. Jeder wie er kann.“ Was sich hier so humorvoll anhört ist leider bittere Wahrheit. Die derzeitige Personalsituation im DFB-Team ist mehr als nur bedenklich. Wer das nicht wahrhaben will, dem empfehlen wir auch weiterhin unsere Tugenden, Turniermannschaftsgene und das 7:1 gegen Brasilien zu feiern. Es ist zwei Jahre her, basta. Wachwerden, schlandsche Couch-Potatoes!

Die EM-Qualifikation wurde mit Hängen und Würgen abgeschlossen und in Spielen gegen Polen, Irland und Georgien verwies man immer wieder gerne auf die mentale Schwierigkeit mit dem Umgang „kleinerer Gegner“. Doch England ist ein anderes Kaliber wie beispielsweise Schottland, weshalb auch die „Weckruf“-Phrase gestern so deplatziert wirkte wie André Schürrles Stellungsspiel beim 2:3. Wir gehen noch weiter und posaunen, dass es bei manchen Spielern für nicht mehr reicht.

Dass Jonas Hector ein guter linker Verteidiger ist, aber eben nur ein guter. Einer, der zwar ein solides Repertoire abruft, dass bestenfalls aber gut genug für die Gruppenphase ist, da er immense Probleme mit schnellen, an der Linie klebenden Gegenspielern hat und folglich die Abstände nicht halten kann. Dass Antonio Rüdiger noch Luft nach oben in der Entwicklung hat und diese auch atmen wird. Für die EM allerdings kommt der Auftritt von Beginn an zu früh. Das weiß übrigens auch die italienische Presse, die ihn regelmäßig wegen seinen Sekundenschläfen kritisiert. Dass André Schürrle wegen fehlender Spielpraxis und Spiellaune gerade ebenso wenig hilft wie Lukas Podolski, der bei Galatasaray zwar dauerhaft spielt, aber „Gala“ eben zurzeit auch ein Club ohne Anspruch ist und mit 22 Punkten Rückstand auf Besiktas auf Platz sechs einer Mittelklasse-Liga klebt. Auch will man Sebastian Rudy nichts Böses, aber ja, lassen wir das mit Hinblick auf die Bundesliga-Tabelle.

So weiß man außer mehr als bisher nur durchschnittlichen Auftritten über die deutsche Mannschaft nur zwei Dinge ganz sicher: der jetzige Kader ist einerseits zu schwach für den EM-Titel, andererseits sollten gestandene Spieler wie Thomas Müller ihre „Leichtigkeit des Seins“ besser ganz schnell ablegen und vielleicht auch den ein oder anderen coolen Spruch erst nach getaner Arbeit bringen.

Frohe Ostern!

Endlich wieder Steffen Simon!

3625790257ENDLICH! HSV gegen Bayern, das ist Lasogga gegen Lewandowski 2016. Das war van der Vaart gegen Demichelis 2006, Ivanauskas gegen Helmer 1996, von Heesen gegen Pflügler 1986, Hidien gegen Rummenigge 1976 und Seeler gegen Müller 1966. Und wer könnte all die Anekdoten jener Klassiker, Gigantenduelle, Titanenkämpfe etc. pp besser erzählen als…? Gestern noch erhoben sich die Fankurven dieses Landes um den Untergang der Subjektivität/ Abgang Marcel Reifs zu feiern wie den Weltmeistertitel auf Crack, heute schon begrüßt sie Steffen Simon („Die Iraner, das sind Südländer, da ist nicht alles perfekt organisiert!“) mit infantiler Fußballgeilheit und dem Phrasenpotpourri aus 21 Jahren ‚Doppelpass‘. An dieser Stelle sind auch all jene zu begrüßen, die uns das „Sky-Abo“ empfehlen. Tzzzzzz. Warum macht man es nicht einfach wie auf der Insel? Warum nicht zwei Moderatoren? Warum stehen Scholl und Obdenhövel unten anstatt oben am Mikrofon zu sitzen? Das alte, klassische Modell: ein Ahnungsloser lässt sich von jemand mit Ahnung die Fußlümmelei erklären. Ein emotionaler Smalltalk, ein Schwätzchen unter Fußballliebhabern, nicht mehr, nicht weniger. Wir würden einfach nur Zeugen eines Fußballspiels sein, Zuschauer ohne Fremdschamattacke und Unterhaltungsaversion. ENDLICH!

Bayern und die ARD

Es ist ja nicht so, dass man die ARD deshalb nicht mögen muss, weil sie sich zum hundertsten Mal für eine Live-Übertragung eines Bayern-Spiels entschieden hat. Das tut zwar weh, ist aber inzwischen Redaktionsroutine und gehört ins feste Repertoire des öffentlich-rechtlichen Irrsinns. Man könnte es gar nachvollziehen, wenn man Bayern gegen Darmstadt einer Partie wie Aue gegen Heidenheim vorzieht. Quote eben. Doch wenn am gleichen Tag ein Pokal-Klassiker zwischen Gladbach und Werder stattfindet und dieser eben nicht gezeigt wird, ist der Biss in die Fernbedienung so normal wie ein Bartels-Kommentar über die „individuelle Klasse“ des Rekordmeisters. Denn wann können Bremer einmal ihre Mannschaft live im Ersten oder Zweiten sehen? Im Achtelfinale am Bökelberg wäre keine so schlechte Chance, sollte man meinen. Aber das ist alles egal inzwischen – und hat ein Verein mit derartiger Pokalhistorie wie Bremen einfach nicht verdient.

Und keine Bange, ARD: um die Quote kümmern sich schon die paar Gladbacher in ganz Deutschland.

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Groundhopping B.A.

Die Furche musste kurz ins Trainingslager, ist aber jetzt wieder für euch da wie Flieges Jürgen. Falls wer Interesse beim Thema Groundhopping verspürt und des Lesens mächtig ist, kann uns gerne eine Mail (schottischefurche@yahoo.de) zukommen lassen. Sobald Trifon und Terry was durchgegeben haben in Sachen Spiel-Note, darf es rein rechtlich auch zu euch in die Kurve. (Sanktion der Fifa) Insgesamt ist es uns nämlich immer “ […] wichtig, in dieser Ausnahmesituation neue Beziehungsgeflechte aufzubauen!“ (Robin Dutt, Küchenpsychologe)

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Sätze der Bedeutungslosigkeit #12 Spezial

aus aktuellem Anlass:
1. „Unsere Innenverteidiger haben dieses Spiel [5x Lewandowski) nicht vergessen!“ (D. Hecking)
2. „Die Bayern sind in Form, wir sind auch in Form!“ (K. Allofs)
3. „Wir haben Qualität, das weiß Bayern München, das weiß Pep Guardiola.“ (D. Hecking)
4. „Wir haben mehrmals bewiesen, dass wir mithalten können. Da sind keine Welten zwischen den Klubs.“ (D.Hecking)
5. „Ich bin selbstbewusst zu sagen: Ja, lass sie kommen!“ (D. Hecking)

Instrumentalisiert (werden)

Das Transparent Magazin vertritt einen klaren Slogan : „Fußball ist Fußball. Fußball ist Kultur. Fußball ist Politik.“ Ein präziseres Statement gibt es wahrlich nicht. Das Getrenntsein der drei Elemente gab es nie und wird es nie geben, denn die Instrumentalisierung von Sport wird immer auch die Instrumentalisierung von Kultur sein. So war es im NS-Regime, so entstand der hundertstündige „Fußballkrieg“ zwischen El Salvador und Honduras, so posen heute hochrangige Politiker in der ersten Reihe von Siegermannschaften. Dass Fußball mit Politik nichts „zu tun hat“, ist eine verheerende Phrase und wird von jenen posaunt, die das Gegenteil forcieren.

–> http://www.ardmediathek.de/tv/Sport-inside/Im-Namen-des-Diktators-Die-syrische-N/WDR-Fernsehen/Video?documentId=31069280&bcastId=1493328

Sätze der Bedeutungslosigkeit #11

1. „Am Ende bleibt nur Scheiße übrig.“ (Christoph Cramer, Metaphysiker)
2. „Ich würde Kevin empfehlen, sich mal um seine Probleme zu kümmern, da hat er mit Sicherheit genug zu tun.“ (Joachim Watzke, Erziehungsberechtigter wider Willen)
3. „Der VfL ist umgekehrt für die Marke VW mehr wert als die tatsächlich investierte Summe.“ (Klaus Allofs, baldiger Mindestlohnempfänger)
4. „Ich finde ihn klasse, er ist sehr bescheiden. Und er sticht alleine schon deshalb heraus, weil er nicht tätowiert ist.“ (Der Analytiker Frank Mill erklärt, warum Alex Meier Nationalspieler werden soll)
5. „Das System ist das Problem.“ (Franz Beckenbauer, Fifa-Regimegegner)

Erinnern an Dettmar Cramer

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In den letzten Tagen war viel los, doch möchten wir bei all dem Trubel um Bild not welcome, Favre, Verbeek und Sticheleien vor Spitzenspielen an dieser Stelle noch einmal an Dettmar Cramer erinnern. Er gehörte zweifelsfrei zu den großen Pionieren des Fußballs, irgendwo zwischen Lindenhorst, Bayern München und Al Kuwait. Und wahrlich: Pioniergeister gibt es leider immer weniger im Fußball. Unserem Empfinden nach verfasste Ben Redelings den adäquatesten Nachruf dieser Tage, dem wir uns natürlich anschließen: Ruhe in Frieden, „Napoleon“!

–> http://www.n-tv.de/sport/fussball/Dettmar-Cramer-legendaer-und-Weltklasse-article15960381.html

Diego Costa, Fußballschrott!

Das Maß ist voll. Man kann sich vieles schönreden. Man kann sich vieles auf dem Fußballplatz schönreden. Indem man alles in Relation setzt, indem man bei groben Fouls auf große Namen wie Roy Keane oder Gennaro Gattuso verweist, darüber lacht, sich auf die Kreisliga beruft, einen prostet und denkt: „Ach komm, das sind halt Typen. So war es doch schon immer.“ Oder sich gar darauf ausruht, dass die Geschichte des Fußballs nun einmal unmittelbar mit der des Rugbys verknüpft ist. Fußball, wie wir ihn heute kennen, entstammt dem Rugby, richtig. Damals noch ohne Torlatte, ohne Abseits und Kapitäne gab es nur, um auf Foul oder Weiterspielen zu entscheiden. Schiedsrichter wurden erst später eingeführt. Man(n) regelte das eben wie man(n) es eben regeln musste.

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Ok, in der Retroperspektive alles selbsterklärend: die „Fußlümmelei“ als Ausdruck fehlender Grazilität, als grobmotorisches Pendant des Turnsports, politisch wie religiös als Frevel denunziert, eine Krankheit der Bauern und des Pöbels, ein „Problem“ der Straße. Umso schwieriger war daher die Verabschiedung des ersten Fußball-Regelwerks vom 8. Dezember 1863, verfasst von der „Football Association“ (FA), bei der nicht jede der 14 Regeln mit Beifall begrüßt wurde. Protokollauszug eines Redners: „Auch nach dem Gegner zu treten, das ist wahrer Fußball! Die in Cambridge hatten kein Recht, dagegen eine Regel einzuführen! […] Wenn man die Erlaubnis des Tretens beseitigt, braucht man für das Spiel überhaupt kein Mut und keinen Schneid mehr! Dann können wir gleich ein paar Franzosen über den Kanal holen und dabei zusehen, wie die nach nur einwöchiger Spielpraxis eine englische Mannschaft schlagen!“ Zitat Ende. Soviel zur Geburt „englischer Härte“.

Diego Costa weiß von all dem nichts. Vielleicht hat er mal von „englischer Härte“ gehört, von Roy Keane, Barry Ferguson oder Vinnie Jones, vielleicht vom „Butcher“, vielleicht hat er nach Kopfballduellen mit Jaap Stam gegooglet. Man weiß es nicht. Wahrscheinlicher ist aber, dass ihm das alles, und damit ist die sportliche Mischung aus Fairplay und Agon gemeint, einfach scheißegal ist. So banal wie radikal es klingen mag: hinsichtlich der kämpferischen Geschichte des Fußballs, lebte der Sport seit jeher von Austeilen und Einstecken, vom Treten und getreten werden. Ein Einvernehmen, ein imaginärer Schwur untereinander. Was hier aber passiert, konzentriert sich ausschließlich auf Unsportlichkeit und Provokation.

Diego Costa hat demnach im Fußball nicht das Geringste verloren. Einem Gegner nach einem Foul aufhelfen? Ohne Costa. Keine gelben Karten fordern? Ohne Costa. Die gegnerischen Fans nicht provozieren? Ohne Costa. Jede Sekunde für Nickligkeiten und Provokationen ausnutzen, wenn der Schiri nicht hinschaut? Mit Costa. Mit Costa. Mit Costa. Sich dieses Spektakel der Unfairness neunzig Minuten lang anzusehen, obendrein immer und immer wieder, ist wie eine Grätsche gegen die eigene Biographie. Eine Grätsche gegen all das, was am Bolzplatz verboten war, im Verein mit Strafrunden geahndet wurde und gegen das, was Eltern präventiv vorlebten, um asoziales Verhalten des Kindes innerhalb der Gruppe zu vermeiden.

Wer das Spiel am heutigen Tag zwischen Chelsea und Arsenal aufmerksam verfolgt hat, wird dem zustimmen (müssen). Man hat einfach keine Lust mehr, auf die fußballerischen Qualitäten dieses Mannes hinzuweisen. Zu dieser Minute sitzt übrigens Per Mertesacker im aktuellen Sportstudio. Gemeinsam schaut man die Höhepunkte des Spiels an, besser gesagt DEN Höhepunkt des Spiels. Als nämlich Diego Costa gleich mehrmals in das Gesicht seines Gegners (Koscielny) schlägt und einmal mehr keine Ahndung erfährt. Auf die Anmerkung des Moderators, dass englische Fans solche Theatralik doch eigentlich mit Missgunst und Ablehnung kommentieren würden, antwortet Mertesacker: „Ganz im Gegenteil. Er wurde mit standing ovations aus dem Stadion verabschiedet. Da ist Rivalität wichtiger als das, was auf dem Spielfeld passiert!“ Sportlich gesehen weiß er nur eines: „Erstmal muss er vom Platz.“ Unterschreiben wir. Mit großer Sicherheit auch die Seelen der FA-Gründer von 1863.

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13 Minuten Zettel-Ewald!

Stammtischfetischisten und Taktiktafelmasochisten aufgepasst! Kocht euch ein Tässchen Tee, lehnt euch zurück und schaltet einen Gang runter! Ewald Lienen wurde auf der heutigen PK nach dem kommenden Gegner gefragt und…naja, er antwortet einfach ad hoc, was ihm so zu Braunschweig einfällt – von Minute sechs bis neunzehn! Nur herrlich!

Von Kai Diekmann und anderen Hetzern

„Die Absage allerdings blieb nur kurz vertraulich, denn Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild, twitterte kurz darauf: „Darüber wird sich die AFD freuen, beim FC St. Pauli sind refugeesnotwelcome“. Es folgte die ebenso berechtigte wie voraussehbare Empörung über die Diffamierung eines Klubs, der sich seit Jahrzehnten gegen Rassismus engagiert.“ Nicole Selmer fasst die verlogene Bild-Kampagne via ballesterer.at treffend zusammen:
http://ballesterer.at/aktuell/ein-aermel-fuer-die-bild.html

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Hopp done: Goslarer SC 08 vs. BSV SW Rehden 4:1

Liga: Regionalliga Nord, 07.09.2015/ 7. Spieltag
Ground: S-Arena, 420
Stehplatzkarte: 9€ (ermäßigt)
Tore: 1:0 Malenda (12.), 2:0/ 3:0 Schubert (20./ 61.), 3:1 Stutter (65.), Golombel (86.)
Besondere Vorkommnisse: Schnupftabak sorgt bei Fan zu chronischen Niesanfällen

Keine Zeit heute, daher ein Bericht ohne Verben. Tuwörter, genau! Nix also mit aktiv und passiv und so. Goslar, Kaiserstadt. Heinrich II., 50.000 Einwohner, Regen, Wind, Kater. Zu spät am Bahnhof. Falsche Adresse inklusive. Passantenbefragung Nr.1 erfolglos, da alle Touristen. Kaiserstadt eben. Fachwerkhäuser, enge Gassen, alte Leute, Biker ohne Crew, Kaffeegeruch und Partnerlook (Jack Wolfskin). Kein Bares, keine Bank in Sicht. Passantenbefragung Nr.2 erfolglos: „Volksbank? Oh, nee. Hier direkt nicht. Ziemlich sicher. Deutsche Bank vielleicht? Hier vorne.“ Nein, Danke. 4.85€ Gebühren. Konto genug am Limit. Motto „Mit dem Dispo in Disco!“ zu häufig, zu oft letzte Zeit. Nur fünfzig Meter weiter eine Volksbank. Was zur Hölle!? Bares für Klares, Helles. Los! Dreißig Minuten bis Kick Off. Kaum Akku. Smartphone-GPS wie ein Atomkraftwerk. 2,3km. Daumen raus. Lang her solch martialische Masche. Plötzlich Smalltalk, plötzlich Beifahrer. Blauer Renault Kangoo, Kastenwagen. Fahrer weder Touri, noch Fußballfan, nur Stadionnachbar und Maler aus Leidenschaft.

Noch zehn Minuten. Eingang. Neun Euro Eintritt ermäßigt. Neun, verfluchte Hölle! Neun! Ich so: „Ligaspitze!“ Alter Mann und Ordner so: „Dafür steh´n wir unten, haha!“ Ja, haha. Total lustig hier. Absteiger, hahahaha! Anpfiff in zehn Minuten. Bier 2€. In Folge ein paar Klassiker: „Der hat schon gelb!“ (5. Minute), „Kein Fisch, kein Fleisch, das Ding!“ (8. Minute), „SOHLE!!!“ (10. Minute). Dann ein Freistoß der Kategorie Leckerbissen. 1:0 Goslar, Torschütze Malembana. Skapunk aus den Boxen! Stadionsprecher (Michael Buffer): „Toooooooooor für den Goslarer SC […] Dadadadadadaaaaanke!“. Zuschauer: „Bibibibibibiiiiitte!“. Danke auch für die FKK-Werbebande der „Villa Hannover“ (nur 92km). Undankbar für ein Liebespaar (Sie um die 50, Er um die 25), neunzig Minuten Zungenkuss. Echte Gefühle, offensichtlich. Raus für heute, Oberliga Göttingen schon morgen. Goslar? Gerne wieder. Gerne wieder fünf Tore und vielleicht ja ermäßigte Preise. Bahnhof 1,7km. Kein Kangoo weit und breit. Regen.

Hopppics: Goslarer SC 08 vs. BSV SW Rehden 4:1

Regionalliga Nord, 7. Spieltag, 07.09.2015, 14Uhr

Sätze der Bedeutungslosigkeit #10

1. „Müssen beide Spiele gewinnen.“ (Mesut Özil, Rechenschieber)
2. „Die Spieler wirken motivierter.“ (Jogi Löw gestern im Astro TV)
3. „Ich weiß, dass ich eine enorme Qualität habe.“ (Mario Götze beschimpft seinen Recaro Sitz)
4. „Polen hat eine richtig gute Mannschaft. Aber: Wir haben eine bessere Mannschaft. (Thomas Schneider, Taktikfuchs)
5. „In Polen kennt mich jeder unter ‚Gianni‘, weil ich immer gerne Kleidung von Gianni Versace getragen habe.“ (Tomasz Hajto, Einwerfer)

Gastbeitrag(1) von: @derseher2018

F1_1812400„Island wird die Oranje-Elf mit einem 0:1-Auswärtssieg ins vorzeitige WM-Aus pusten! In der Partie Türkei gegen Lettland wird es sieben gelbe Karten und einen Platzverweis (Arda Turan) geben! Tschechien wird Kasachstan trotz eines Eigentores von Jiráček 3:1 besiegen! Kevin de Bruyne hat heute Morgen die Fanpost gelesen und wird völlig frustriert einen Hattrick (nicht lupenrein) schießen! Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen! Hakan Çalhanoğlu wird einen asiatischen Balljungen via Freistoß im Gesicht treffen und kein Tor erzielen! Marco Reus wird morgen Nachmittag von einem Hinkelstein getroffen und daraufhin spielen können! Ciro Immobile hat früh zu Mittag gegessen (16Uhr), ist ausgeschlafen und wird in der ersten Halbzeit gleich doppelt netzen! Zwischen Aserbaidschan und Kroatien werden vier Tore fallen! Håvard Nordtveit wird sich verletzen, ob Knöchelbruch oder Bänderriss hängt davon ab, ob Bulgarien in der Nachspielzeit trifft! Wales gewinnt! Israel schießt vier reguläre sowie zwei Abseitstore!“

Von Geld in Kapital

Ehrlich gesagt wissen wir nicht mehr, was wir zu all der Transfer-WARE sagen sollen. Wenn es nicht mehr um den sportlichen Erfolg geht – worum geht es dann eigentlich?

(Alfred Kröner Verlag. Stuttgart 1957. S.111; Die Verwandlung von Geld in Kapital.)

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Hopppics: TSV Havelse vs. TSV Schilksee 2:1

Regionalliga Nord, 6, Spieltag, 30.08.2015, 14:00

Sätze der Bedeutungslosigkeit #9

  1. „Spahic wurde missbraucht.“ (Bruno Labbadia, Erzbischof)
  2. „Ich habe versucht, Heung-Min zu erreichen, aber er ist nicht drangegangen. (Hakan Calhanoglu, Ex-Freund)
  3. „Zwar denkt man von außen, dass bei VW Geld keine Rolle spielt. Doch das ist nicht der Fall.“ (Klaus Allofs, Abteilungsleiter Wahnsinn)
  4. „Wir wussten, dass wir kommen werden.“ (kein Single mehr: RWE-Coach Siewert)
  5. „Es gibt keine Korruption im Fußball.“ (Wir wussten es immer, Herr Blatter!)

Sätze der Bedeutungslosigkeit #8

1. „Gervinho hat begonnen, obszöne Forderungen zu stellen, also ist der Deal gescheitert.“ (…Dinge, die man in Abu Dhabi nicht kaufen kann)
2. „Das Knie muss lernen.“ (Martin Stranzl, Schulreformator)
3. „Ich hätte am liebsten tausend Mittelfeldspieler.“ (Pep Guardiola weiß wo das Tor steht)
4. „Wir werden auf jeden Fall nicht den Fehler machen und Erfolg oder Misserfolg an einem bestimmten Tabellenplatz festmachen.“ (Jan Siewert, noch Trainer bei RWE)
5. „Es kann im Fußball natürlich immer viel passieren.“ (Danke, Rouwen Hennings)