Mit dir fing alles an

Haben jetzt mal „Die Figo-Affäre“ auf Netflix geschaut. Die Hoffnung, kein Hochglanz-Porträt mit Drohnenflügen über Anwesen und Superzeitlupen zu sehen („Kroos“, „Schweinsteiger“), wurde nicht zerstört. Mehr noch: Wer glaubt, nur ein Retro-Dokument für Nostalgiker präsentiert zu bekommen, wird eines Besseren belehrt.

Die Doku schafft den Transfer zwischen den Anfängen Florentino Pérez‘ und dessen heutigen Super-League-Ambitionen. „Luis, mit dir fing alles an“, ist ein wichtiger Satz in den 100 Minuten, die durchaus aus weniger hätten sein können. Figo ist dabei das Instrument, um die Verhältnisse in Spanien wieder gerade zu rücken. Die eigentlichen Protagonisten sind in ihrem Streben nach Macht Egomanen, lügen und hintergehen. Und inmitten dieser auch medialen Schlacht reißen die alten Fragen nach Identität auf. In Madrid handeln sie wie die Schergen Francos, in Barcelona basteln sie hochemotional an neuen Helden der Unabhängigkeit. Dabei rückt auch Pep Guardiola als bester Freund Figos in ein interessantes Licht.

In Summe lohnt sich der Klick also, weil die Doku vom gängigen Schema des Porträts Abstand nimmt und stattdessen Systeme offenlegt, die den heutigen Transferwahn gleich miterklären.

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