1860: kein Tag für Häme

Peter Cassalette, Hasanb Ismaik, Ian Ayre, Vitor Pereira – es gibt viele Gründe für eine Verunglimpfung der verantwortlichen Riege. Es gibt jedoch keinen Grund, sich hämisch gegenüber dem Verein 1860 München zu zeigen. Sicher, dafür muss viel Geschehenes in den letzten Jahren ausgeblendet werden, man erinnere sich nur einmal an das Aussperren von Journalisten. Doch es wäre kurzsichtig, den Verein nicht auch als solchen zu sehen und dies in erster Linie mit all seinen zahlreichen Fans und der jahrzehntelangen guten Jugendarbeit. Denn das Schicksal, was den Fans der „Löwen“ widerfahren ist, hätte Fans vieler anderer Clubs ebenso ereilen können. Irgendein Investor kommt, versenkt den Karren, der eh schon in den Dreck gefahren wurde, endgültig und ist durch die autokratischen Strukturen gleichzeitig die letzte Instanz, um die nötigen Lizenzen für anderen Ligen zu sichern. Das alles ist so traurig, weil es nicht „nur“ um den einen Verein namens TSV 1860 München geht. Es schildert auf verstörende Weise den apokalyptischen Status Quo des Fußballs im Allgemeinen. Die Ausbrüche von einigen „so genannten Sechzigern“ (Tom Bartels) gipfelten heute nicht bloß aufgrund des sportlichen Abstiegs, sondern sind auch als Rebellion gegenüber jenem System zu bewerten, was sich da modern und kapitalistisch schimpft. Für Schadenfreude gegenüber 1860 war diese Saison genügend Raum, heute aber verschwindet ein weiteres Stück Bundesligageschichte von der Bildfläche. Ein „Das-haben-die-jetzt-davon-Denken“ ist daher völlig deplatziert – und das unabhängig jedweder Fanzugehörigkeit.

1qayaq

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s