Von Denkern und Lenkern

Zitat: „Der Kopf denkt, der Fuß lenkt.“ Dass diesen Satz Günter Netzer und nicht Jürgen Kohler über die Lippen brachte, ist natürlich wenig überraschend. Netzers Spielweise war nämlich genau das: eine Symbiose aus Denken und Lenken. Doch das Zitat sagt noch mehr aus. Netzer behauptet damit auch, dass es eine Verschmelzung zwischen Körper und Geist gibt. Dies wiederum würde bedeuten, dass – auf den Fußball bezogen – Kopf und Fuß im Single-Modus nicht existieren und schon gar nicht agieren können.

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Mit dieser These grätscht Netzer sämtliche Philosophen à la René Descartes um, die fest an „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich) glauben und Kopf und Fuß sehr wohl voneinander getrennt betrachten. Aktuelle Vertreter dieser Theorie sind u.a. Markus Weinzierl („Das Spiel wird im Kopf entschieden“), Pep Guardiola („Alles Kopfsache!“) und Oliver Kreuzer, der sich inzwischen spezialisiert hat („Relegation wird im Kopf entschieden“).

Eine allgemeingültige Antwort darauf, ob „Körpersprache“ und „Kopfsache“ eine oder keine Einheit bilden, wird es allein schon wegen der vielen unterschiedlichen Probanden nicht geben. Vielleicht genügt einem Team ja auch 1x Denken (Netzer) und 1x Lenken (Podolski: „Rein das Ding und ab nach Hause!“) Man weiß es nicht und genau das macht es aus. Deshalb kann man Günter Netzer nur dankbar sein. Dafür, dass seine Aussagen immer zum Diskurs führen. Heute wird er 72 Jahre jung – von Kopf bis Fuß. Glückwunsch!

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