Die sogenannten „Emotionen“

dsas

Es war noch nicht einmal das Schmidt´sche Schauspiel selbst, das einfach nur nervte. Noch viel schlimmer war das Nachtreten auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Viele Trainer scheinen inzwischen eine eigene „emotionale Ebene“ für sich zu beanspruchen, die aus ihrer Sicht „nun einmal passieren kann“. Man will und kann es nicht mehr hören. Erst recht dann nicht, wenn derjenige ein Wiederholungstäter par excellence ist, dem sein Verhalten „natürlich in erster Linie für die Mannschaft“ leid tut. Solche Phrasen scheinen inzwischen so salonfähig zu sein wie die Geldstrafen, die sie bewirken.

Es ist beschämend, dass die Arroganz eines Trainers nur noch von der Selbstüberschätzung gesteigert wird für jede Entscheidung des Schiedsrichters eine Erklärung einzufordern. Dass ein Schiedsrichter über eben jene Entscheidungen auch einmal den Kapitän eines Teams und nicht den Trainer informiert, ist nicht nur legitim, sondern wird in jeder Kreisliga als völlig normal empfunden. Wie sich in diesem Kontext diese Trainer inszenieren, kann ohne Weiteres als „Generation Klopp“ geltend gemacht werden. Intelligent, smart und egal wie tadelnswert man sich auch verhält, es wird als „leidenschaftlich“ und „voller Emotionen“ verkauft und somit – das ist der Wahnwitz – als „nur menschlich“ verteidigt. Man stelle sich einmal Max Mustermann vor, wie er am Montagmorgen durch den Flur seines Büroskomplexes schlendert und aus dem Nichts einen Mülleimer über den Gang drischt: „Ja gut, mir ist gerade ein Kunde abgesprungen. Wenn man sich mit dem Beruf identifiziert, dann passiert das eben mal.“ Hier werden nicht Äpfel mit Birnen verglichen, handelt es sich schließlich in beiden Fällen noch um „echte Typen“, die für ihre Sache „noch leben“.

Trainer wie Schmidt sind inzwischen derart „brutal“  bei der Sache, dass sie natürlich nicht bewusst die Kontrolle verlieren, sondern stets Opfer dieser sind. Dieses Gefühl sehen Fans naturgemäß ein, da sie diese Haltung nur zu gut kennen. Die Schmidts des Fußballs glauben deshalb Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern narrenfrei kommentieren zu dürfen und auch zu müssen. Das Erregen von Aufmerksamkeit und das gleichzeitige Erhaschen von Verständnis, ja gar Mitleid, war schon immer eine Strategie der (schlechten) Verlierer. Bedenklich ist dabei nur, dass es inzwischen als Tugend referiert wird. Genau aus diesem Grund darf man von den Selbstinszenierungen solcher „Normal & Special One-Trainer“ ruhig Abstand nehmen. Sogar  emotionslos.

hrp

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2 Kommentare

  1. Rugby Matters

    Schön formuliert, es sollte aber auch für Schiedsrichter gelten. Selbstdarsteller wie Zwayer sollten sich mal wieder vor Augen führen, „einen guten Schiedsrichter sieht man nicht“.
    Dieses ominöse Fingerspitzengefühl habe ich am Sonntag vermisst.

    Gefällt mir

  2. Pingback: #Link11: Hooligan-Rudi | Fokus Fussball

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