shortcut_09_02_15

Fangen wir dieses Mal unten an. Ganz unten. „Der VfB sichtbar bemüht“ resümierten die Kanäle im Kollektiv. Jeder Kreisliga-Kicker weiß allerdings, dass die Bescheinigung des „Bemühtsein“ eben auch heißt: „Sie können es halt einfach nicht besser.“ 52% gewonnene Zweikämpfe, gut und schön. 100 Fehlpässe bei 270 Pässen insgesamt verweisen und beweisen schlichtweg Platz 18. Man stelle sich nur eine Relegation gegen Karlsruhe vor. Wer den Film „Ausnahmezustand“ kennt, weiß in etwa „…was das den Steuerzahler kosten würde!“. Zzzzzz. Wo wir gerade von südlichen Apokalypsen reden. Mein Gott, SC Freiburg. Ihr „bemüht“ euch ja wirklich immer und erntet seit Jahren richtigerweise Respekt und Anerkennung. Gegen den BVB kommt man jedoch um eine Diagnose nahe der Intensivstation nicht drum herum. Dortmund hingegen nach Wochen des Grauens flüssig, druckvoll und vor allem organisiert. Begriffe, die gegen Augsburg noch so fehl am Platz erschienen wie Horror-Flanken von Neven Subotic. Zum nächsten Heimendspiel kommen die Mainzer, die nicht so recht wissen, was da eigentlich gerade mit ihnen passiert. Mit nur einem Sieg in den letzten zehn Spielen fährt man eben nicht nach Europa, sondern ratzfatz nach Aalen. Die „Alte Dame“ überraschte dabei nicht nur die mitgereisten Anhänger mit konzentriertem Abwehrverhalten. Ja, meine Damen und Herren, von Hertha BSC ist die Rede! Solide in der Defensive, zweikampfstark im Mittelfeld und effektiv im Angriff. Und: es wird wieder gelacht. So richtig gelacht. Pal Dardei vorne weg. Eigentlich fehlt ihm nur noch ein strammgeiler Schnäuzer.

Stichwort „Europa“ ist plötzlich Stichwort „Werder“. Unglaublich, was dieses Viktor-Lutscher-Gespann aus dieser Truppe rausholt. Die letzten zwei Minuten gab es in Düsenjet-Lautstärke stehende Ovationen: „Der SVW ist wieder da!“ Ja man, das ist er. Dir gefällt das. Uns irgendwie auch. Deswegen ziehen wir vor Bremen einfach nur den Hut und ersparen uns „unflätige“ Kommentare über Roger Schmidt. Bleiben wir noch kurz im Norden. Hannover liegt in Niedersachsen. Ja, richtig, irgendwo da in der Mitte eben. Der HSV punktet maximal und das zu einem extrem wichtigen Zeitpunkt. Bayern auswärts und Gladbach daheim sind nicht gerade Sparringspartner. Das allerdings ist der momentane Nickname für Hoffenheim. Drei Spiele, drei Niederlagen – ein Rückrundenstart wie der Start der Challenger. Wolfsburg hingegen weiterhin mit Vollgasveranstaltungen. André Schürrle manchte indes, sagen wir mal, nicht die schlechteste aller Figuren. De Bruyne und er werden als Billy The Kid-Duett jedenfalls noch häufiger netzen, soviel steht fest. Jungs eben, die „einfach nur kicken wollen“. Dann wären da noch Köln und Paderborn. Stimmt, sie waren einfach nur „da“. Deswegen sind sie auch hier einfach nur kurz „da“. Möge Hennes VIII. uns diese verachtende Ignoranz verzeihen. Lieber noch kurz innen Pott. Unter Keller meinten die Knappen immer gerne man müsse gegen Gladbach selbst das Spiel machen. Lucien Favre fand das stets sehr belustigend. Di Matteo drehte den Spieß rum, rotierte, spielte defensiv, irgendwie unansehnlich und – erfolgreich! Ein Spiel für beinharte Taktikfetischisten und jene, die es werden wollen. Gehört eben auch dazu.

qwertzuiopp

2. und 3. Liga
Drei Punkte trennen den Zweiten vom Sechsten. Die Zwote bleibt Hitchcock. Gewinner dieses Spieltags sind ganz klar die Betze-Buben (Durchschnittsalter 23), die gegenüber den Braunschweigern einfach „reifer und abgeklärter“ waren. Ingolstadt gewinnt einfach immer weiter, während Red Bull im Schacht von Aue von ungeahnten David-Mentalitäten niedergerungen wird. In Hamburg muss man sich mit einem Remis in Sandhausen zufrieden geben. Wirklich viel Außergewöhnliches gibt´s nicht wirklich zu vermelden. In keinem Spiel schoss eine Mannschaft mehr als zwei Tore. Vielleicht aber gab es an diesem Wochenende auch Wichtigeres. Auch von uns, lieber Benjamin Köhler: Alle Kraft und gute Besserung!
Die Dritte zeigt nur ihre halbe Erotik. Ganze vier Spiele wurden abgesagt. Der Rest hatte es allerdings in sich. Ausgerechnet Rahn (das wollten wir schon immer mal wieder schreiben), ja AUSGERECHNET Johannes Rahn trifft gegen seinen Ex-Club Bielefeld beim 3:0 im Kölner Südstadion. 3:0 hieß es auch am Ende im Wedaustadion, wo Dennis Grote in sex geilen Minuten selbst zweimal lochte und eine Hütte vorbereitete. Doch kommen wir zum Derby. Im pickepackevollen Preußenstadion entscheidet Amaury Bischoff das Moped erst per Frei, dann per Strafstoß. Münster nun Spitzenreiter und schwer am Durchdrehen.

Sonstige/ International
Vorab: die Furche war live am Tivoli dabei. Bericht und Fotos dazu folgen! Deshalb von der Regionalliga in die große, weite Welt: nach 22 Elfmetern ist die Elfenbeinküste Afrika-Meister. Wie man sich da draußen wohl fühlt – siehe oben! Zapp to Spain: 4:0 für Atletico! Irre! Fulminant! Mandžukić! Ronaldo schafft nicht mal den Balljungen. Nach James und Ramos nun auch Khedira Auf Schalke nicht dabei. Manchester United trifft in der Nachspielzeit im Boleyn Ground und bleibt auf vier. Tottenham negiert Özils Treffer und siegt im North London Derby. Für Leicester hingegen wird es nach der 0:1-Pleite gegen Palace so langsam verflucht eng mit dem sogenannten „Anschlusshalten“. In Mailand kann Inter nach drei Niederlagen in Folge wieder einen Dreier einfahren – mit Shaqiri, ohne Podolski. Prognose: Köln! Früher oder später. Klose kickt in diesen Minuten und liegt mit zehn Mann gegen Genau hinten. Der Letzte Parma (9 Punkte) versucht sich am Mittwoch ein allerletztes Mal. Gegen den Drittletzten Chievo Verona (18 Punkte) wartet ein sogenanntes 9-Punkte-Spiel. In Frankreich verteidigt Lyon gegen Paris St. Germahimovic mit einem 1:1 die Tabellenführung, der Traditionsbacken FC Metz arbeitet mit Hochdruck an der Rückkehr in Liga zwei und Dimitar Berbatovs Monegassen schlagen sich in Guingamp mal wieder selbst. In der Schweiz kassieren die Grashopper im Clash of Titans gegen Basel ein sattes 2:4. Der 100-jährige Marco Streller trifft übrigens immer noch. Wir beenden die Runde hier mit dem Stadtderby aus Lissabon. 87 Minuten passierte da nämlich mal so rein gar nichts. Dann schweißt Sportings Jefferson das Ding ins kurze Eck. Hektik, Folklore, Brechstange – 93. Minute Ausgleich. Geschichten, die nur der Fußball…nein, kein Geld fürs Phrasenschwein, sorry. Ach übrigens, wer denkt, dass die Stadt Hamburg gerade schwere sportliche Zeiten durchmacht, sollte mal in Hamborn anrufen. Am Sonntag verloren der SV Hamborn 90 III mit 17:3, Westende Hamborn wurde mit 12:0 eingefettet und Hertha Hamborn ging mit 10:0 in die Knie. Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am…oh, gerade kassieren die Löwen in Unterzahl das 1:2 gegen Heidenheim. Prost!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s