Gästehoppblock: Rosenborg Trondheim vs. Vålerenga Oslo 0:0

Text und Bilder: Krissi und Jan

Liga : Tippeligaen, Norwegen
Datum: 17. August 2013, 18Uhr
Ground: Lerkendal Stadion
Zuschauer: 13845 Zuschauer
Eintritt: 17,00€
Essen: Hot Dog 5€, nicht wirklich gut
Bier: Tuborg, 5€/0,5l, alkoholfrei!!!
Tore: gab´s nicht

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Alkoholfreies Bier und kontrollfreie Kontrollen

Angekommen in einer neuen Stadt, alles ist neu, alles ist anders. Da verbringt man am Anfang gern die Zeit im gewohnten Umfeld. Das heimische Stadion lässt sich zwar nicht importieren, aber man kann ja mal auschecken wie die Mannschaft vor Ort so drauf ist. Also haben wir (drei Erasmus Studierende aus Deutschland) uns nach zwei Tagen in der neuen Stadt auf den Weg gemacht um Tickets für den kommenden Samstag zu kaufen. Im Endeffekt war‘ s okay. Mit Studentenrabatt bezahlten wir 17€ für Sitzplatzkarten. Stehplätze gibt‘s hier aber auch gar nicht. Die Vorfreude stieg mit jedem Tag.
Der Samstag war gekommen und sogar die Sonne ließ sich blicken. Gerade von einer Wandertour wiedergekommen, ging es ins Stadion. Die Lust auf Bier war übertrieben groß. Das lag vor allem daran, dass hier ein Bier im Durchschnitt mindestens 3 bis 4 Euro kostet und wenn man ausgeht, darf man auch gerne mal 8 bis 10 Euro auf die Theke legen. Das Stadion liegt ein wenig außerhalb des Zentrums. Überhaupt nicht schlimm, weil wir auch außerhalb wohnen und so einfach nur fünf Minuten Bus brauchten. Um das Stadion herum strömten alle nur in eine Richtung. So viele Menschen hatten wir bis dato in Trondheim noch nicht auf einem Haufen gesehen. Bei den Kontrollen fiel auf, dass man nicht mal die Taschen öffnen musste. Oder anders gesagt: die Kontrolleurin wollte dies vielleicht schon, aber wir haben sie einfach nicht verstanden. Spätestens beim dritten Mal sagen „Sorry I don‘t speak norwegian“ hatten wir kein Bock mehr und sind einfach weiter. Gestört hat es niemanden. Wir betraten das Stadion, suchten unsere Plätze, die beiden Jungs machten sich auf den Weg zum Bierstand. Nach endlosen Minuten kamen sie mit leeren Händen wieder. „Hier gibt‘s nur Alkoholfreies…“ Wir waren fassungslos. Alkoholfreies Bier im Stadion? Wie sind die denn drauf? Der Schock war noch nicht verarbeitet, da begann auch schon das Spiel.

Smartphones und andere Zeitspiele

Das Einlaufen der beiden Mannschaften war weniger aufregend als in den meisten deutschen Stadien. Ähnlich unspektakulär verpufften auch die ersten Spielminuten. Vålerenga hatte dabei ein leichtes Übergewicht, aber abgesehen vom raumsuchenden Kapitän Fredheim Holm (kam aus Trondheim!) war auch bei den Blauen sehr wenig Bewegung. Dennoch sprangen einige Torchancen heraus. Den Stürmern beim kläglichen Vergeben dabei permanente Absicht zu unterstellen, wäre dann aber doch eine zu gewagte These. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Spielanteile erarbeitete sich Rosenborg. Die individuelle Überlegenheit kam immer deutlicher zum Tragen. Dennoch waren waghalsige Abwehraktionen auf beiden Seiten keine Seltenheit und so machte es über die gesamte Spieldauer nie den Eindruck, als könne nicht doch noch ein Tor fallen. Erstaunlich war, dass das Defensivverhalten beider Mannschaften sehr häufig ziemlich improvisiert wirkte. Irgendwie hatte man da ein bisschen mehr Ordnung erwartet – Rosenborg spielt immerhin regelmäßig Europa League. Das größte Entertainment lieferte aber der Gäste-Keeper ab, der sich schon ab der 20. Minute auf‘s Zeitspiel verlegte und sich so den Unmut aller Fans (außer der knapp neun Auswärtsfans) auf sich zog. Sämtliche anderen Fans, die um uns herum saßen, waren von dem Spielverlauf derart angetan, dass sie sich lieber mit ihren Smartphones als dem Spiel beschäftigten. Eigentlich war auch nur im Fanblock von Rosenborg so richtig Stimmung. Falls man das bei den paar feiernden Fans wirklich als Stimmung bezeichnen kann.

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Taksdal Kongshavn und Mülltonnensnacks

In der Pause wollten wir natürlich etwas essen und trinken. Da wir uns aber gegen das alkoholfreie Bier entschieden hatten, sind wir auf Cola und Kaffee umgestiegen. Ganz vernünftig, so wie es Norwegen von uns verlangt wird. So probierten wir allerlei Kladderadatsch aus: Die Hot Dogs am Rande des Erträglichen, das Popcorn weit darüber hinaus – wir hatten mit salzigem Knallmais gerechnet, wurden aber wie schon beim Bier eines Schlechteren belehrt. Schnell ließ sich auch feststellen, warum das ganze Stadion etwas gegen Herrn Gudmund Taksdal Kongshavn hatte. Er ist aus Bergen. Und Bergen ist der Erzfeind Trondheims. Warum schreiben wir darüber? Leider waren seine Aktionen die mit Abstand spannendsten zwischen der 46. und 70. Minute. Spätestens mit der Einwechslung von Publikumsliebling Nicki Bille Nielsen kam dann doch noch frischer Wind in die Partie und Trondheim war nun klar am Drücker. Es ergaben sich noch einige Chancen, aber Unvermögen, Pech und der immer wieder zu ungenaue letzte Pass verhinderten schließlich das späte Siegtor für Rosenborg.
Mit einem etwas enttäuschenden 0:0 verließen wir also das Stadion. Irgendwie haben wir uns das alles ein wenig anders vorstellt. Aber es kann ja nicht alles sein wie zuhause (Jadestadion). So kann sich Rosenborg sicher sein: wir kommen wieder!

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