Buzins Briefmarke 1984

Briefmarke Ruanda_Buzin

Die Geschichte zu dieser Briefmarke: André Buzin, geboren 1946 in Dinant, ist ein belgischer Künstler, der eigentlich nur Tiere und Blumen malt. Die bedeutendsten seiner Arbeiten findet man auf Briefmarken wieder. Seine erste Marke zeichnete er 1984 für Zaire. Für Ruanda schuf er ebenfalls einige Serien über Tiere und…die Olympischen Sommerspiele 1984. Dass der Fußball bei Olympischen Spielen eher Thekenturniercharakter besitzt, war schon damals nichts Neues. So kam es am 29. Juli im Harvard Stadium (Kapazität 57.166) zum Eröffnungs-Clash der Titanen Chile gegen Norwegen, welches mit einem herzinfaktnahen 0:0 endete. Neben Norwegen waren mit Italien, Frankreich, Jugoslawien und Deutschland vier weitere Nationen aus Europa vertreten.

Das von Erich Ribbeck trainierte Team des DFB hatte sich aufgrund des Olympiaboykottes der Ostblockstaaten erst für das Turnier qualifizieren können. Die deutsche Mannschaft musste sich in Gruppe 3 nach Schlachten gegen Marokko (2:0 – Andi Brehme, Uwe Rahn) und Saudi-Arabien (6:0; wahrscheinlich 5x Klose) am Ende durch eine 0:1-Schlappe gegen Brasilien mit Platz zwei zufrieden geben. Im Viertelfinale folgte gegen Jugoslawien dann eine Schelle der üblen Sorte. 3x Cvetković, Radanović und Gračan schickten die DFB-Elf mit 5:2 zurück nach Frankfurt. Für die beiden Ehrentreffer sorgten Manfred Bockenfeld (180 Spiele Fortuna Düsseldorf) und Rudi Bommer (270 Spiele Fortuna Düsseldorf). Besonders bemerkenswert: Im Kader der Deutschen fand sich kein einziger Profi von Bayern München oder Borussia Dortmund wieder. Hingegen stellten Mannschaften wie Waldhof Mannheim drei (Dickgießer, Schön, Schlindwein), Fortuna Düsseldorf (Bockenfeld, Bommer) und Eintracht Braunschweig (Franke, Lux) zwei oder der VFL Bochum einen Akteur zur Verfügung. Das Turnier der Unturniere gewann am Ende Frankreich, das im Finale mit 2:0 über Brasilien siegte.

Übrigens: Borussia Dortmund war von Ribbecks Abschneiden dermaßen beeindruckt, dass der Verein ihn anschließend als neuen Cheftrainer verpflichtete. Der Quickie dauerte nur ein gefühlloses Jahr, die Mannschaft belegte mit nur einem Punkt vor den Relegationsplätzen Rang 14 und Ribbeck ging nach Leverkusen. Doch all dies ist mal wieder nur Thekenlaberrabarbar. André Buzin soll das nichts angehen. Seine Briefmarke ist, wie wir finden, eine der gelungensten Printstücke der Fußballgeschichte!

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