Rubrik: KURZ & KNAPP

Heute: Hooligans Feyenoord Rotterdam

Heute wird der Arbeiterverein 105 Jahre alt. Ein Verein voller Geschichte und der Kontroverse, irgendwo zwischen Hafenarbeitern, großen Spielern (Dudek, van Persie, Koeman, Gullit, Larsson, Kuyt, Makaay) und gefürchteten Hooligans. 14x niederländischer Meister, 11x Pokalsieger. Besonders in den 70ern waren die Rot-Weißen eines der größten Team Europas. 1970 gewann Feyenoord als erster niederländischer Verein den Europapokal der Landesmeister. Wochen darauf sogar den Weltpokal. Doch schon zu jener Zeit machte der Verein neben seinen Erfolgen auch durch die Gewalttaten seiner Hooligans Schlagzeilen. „70er Jahre und Hooligans? In den Niederlanden?“ – Feyenoord war einer der ersten Clubs abseits der Insel mit „Firm“-Strukturen. Im UEFA-Cup-Finale 1974 datieren die ersten blutigen Szenen zwischen den S.C.F. Hooligans und Gruppierungen der „Spurs“ mit 200 Verwundeten. Von Bombenanschlägen in Alkmaar, Messerstechereien bis zu bewaffneten Raubüberfällen auf Tankstellen und Geschäften, machte die erste Generation der S.C.F. (the ‚old‘ hard core) vor nahezu nichts halt. Immer gern und zwischendurch: Massenschlägereien mit AJAX-Hools.

Feyenoord third generation Rotterdam

Die Zusammenstöße eskalierten derart, dass sie zur Staatsangelegenheit wurden und öffentliche Kritik produzierten. Die Polizei reagierte mit größeren Aufgeboten, Infiltration und V-Männern. Die „old hard core“ löste sich auf. Eine neue Welle lies jedoch nicht lange auf sich warten. Techno und Goa als Warm-up-Droge, das FIIIR-Tattoo (Feyenoord third generation Rotterdam) auf dem rechten Unterarm, galt die „wiederbelebte“ S.C.F. als gewalttätigster „Core“ in Europa: „This group was among others involved in the ‚Battle of Beverwijk‘ (http://tdifh.blogspot.de/2012/03/23-march-1997-battle-of-beverwijk.html), where Feyenoord hooligans killed F-side boy Carlo Picornie. Several other people were seriously injured. […] It was a miracle that „just“ one man was killed.“ Bereits Jahre zuvor, 1991, erlag FC Twente-Hool Erik Lassche seinen Verletzungen nach einem Kampf mit Feyenoord Holligans der „new hard core“. Erik Lassche gilt als erstes dokumentiertes Todesopfer durch Gewalt im Fußball. Wie auch in England folgte der technisierte „Überwachungsstaat“. Kameras, Observationen und Stadionverbote gehören seitdem zur Tagesordnung. Den „Kern“ der S.C.F. berührt dies allerdings wenig. Vor allem nicht gegen Erzfeind AJAX.

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