Furche-Kommentar zum Fall Hoeneß

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Kurz etwas in (fast) eigener Sache. Wir wurden bereits per Email gefragt wie wir zur aktuellen Situation um Uli Hoeneß stehen bzw. warum sich ein Blog, der „kritische Auseinandersetzungen, mehr Demokratie und Kollektivbewusstsein“ als höchste Priorität in seinem Profil ausschreibt, noch nicht Stellung bezogen hat.

Dies wird geschehen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind. Bis auf die Tatsache, dass Uli Hoeneß Selbstanzeige erstattet hat, gibt es keinerlei Entwicklungen geschweige denn Bestätigungen. Denn was sich seit gut 24 Stunden in den Medien abspielt, spiegelt nur eines wieder: Spekulationen. Dies soll keineswegs Herrn Hoeneß unter Artenschutz stellen. Nur empfinden wir es sehr bedenklich Aussagen zu lesen wie: „Der Chef eines namhaften Bundesligisten sagt, er wolle nichts sagen, zumindest nicht offiziell. Inoffiziell sei er sich aber sicher: Die Sache wird das Lebenswerk von Uli Hoeneß zerstören.“ Danke SZ für diese Info. Hoeneß selbst wird im „Fokus“ zitiert: „Sie können sich vorstellen, dass mir vieles auf der Zunge liegt, aber ich muss erst mit den Behörden meine Hausaufgaben machen.“

In diesem Tonfall könnte man an dieser Stelle einen Kahlschlag durch die Presselandschaft machen. Wir könnten den Auftritt von Hoeneß bei Günter Jauch 2012 verlinken. Wir könnten es wie Arndt Zeigler machen und dem Ganzen mit Humor begegnen. Wir könnten jenes Bild dem „gefällt mir-Button“ ausliefern, in dem Hoeneß mit Breno unter dem Titel „Die neue Bayern-WG“ in Gefängniskluft abgebildet ist. Spätestens wenn diese „ungeklärte Sache“ zur politischen Plattform genutzt wird, erinnert man sich an die Ausgangsfrage der erbrachten Beweise. Hannelore Kraft beschwört: „Wenn Bürger wie Herr Hoeneß ordentlich ihre Steuern zahlen würden, hätte die Gesellschaft auch mehr Geld, um Aufgaben wie bessere Bildung oder gute Straßen besser zu erledigen.“ Na dann ist ja alles klar…

Dass am Ende der Verhandlungen wahrscheinlich mehr herauskommt als „viel Wirbel um nichts „, steht aufgrund der Selbstanzeige außer Frage. Doch Vorverurteilungen erweisen sich als pragmatisch und polemisch zugleich. Also warten wir ab wie sich die Dinge entwickeln. Übrigens: für die „Furche“ sind drei Personen verantwortlich, die keine Bayern-Fans sind. Mehr noch: ein Schalker, eine Dortmunder und ein HSVer. Man kann also nicht gerade sagen, wir hätten Uli Hoeneß in der Vergangenheit an den Mikrofonen dieser Welt als sympathisch empfunden. Doch ein „Endlich!“ ausrufen und sich an Schadenfreude zu amüsieren, sollte auch im Hinblick auf das Image der Bundesliga kein Modell sein. Dann entscheiden nämlich plötzlich Leute über Fußball, die nicht dem Fußball entstammen und dies sollte, bei allen bestehenden Fragezeichen, nicht das Ziel sein. Dann setzen wir uns besser gleich mit Kind und Kegel vor die Glotze und schalten bei Herrn Jauch ein: „Der Fall Uli Hoeneß – vom Saubermann zum Steuersünder“. Zu Gast: Oliver Pocher, oberster Staatsanwalt.

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