Hopp done Nachtrag: „Heute für Morgen“ – Erste Liga (2. Liga Österreich), 9. Spieltag

Match:  Blau-Weiß Linz vs. SV Grödig 1:3

Datum: 14.09.2012, 18:30Uhr

Ground: Linzer Stadion „Auf der Gugl“

Zuschauer: 1.300

Bratwurst: 3€, sehr gut- (extrem knackig, toller Senf, leider etwas klein und Brötchen zu dick)

Bier: 3,60€, befriedigend (gut gezapft, nur bis zur Hälfte süffig = für „Ex! Oder Arschloch-Fans“ ideal!)

Stehplatz: 7€

Tore: 0:1 Witteveen (37.), 1:1 Pavlov (45.), 1:2 Witteveen (84.), 1:3 Santos (90.)

Bes. Vorkommnisse: Guselbauer sieht gelb-rote Karte (91.), Maskottchen lehnt kopflos am Zaun (88.)

 BANG, BOOM, BANG: 1:3!

„90 Minuten Hardcore. Echte Gefühle.“ In Linz schoss das einzige „Bang, Boom, Bang“ mal wieder nur der Gegner, nämlich in Form von fein heraus gespielten drei Toren. Schade daran war, dass dies nur ca. 10 Gästefans aus Grödig auf der Hauptribühne des 25.000 Zuschauer fassenden Linzer Stadions mitfeierten (allem Anschein nach als Offizielle verkleidet). Bezeichnend für die Blau-Weißen war das Tor durch Stürmer Pavlov. Ein Spieler, der in Sprintduellen froh sein konnte, dass abseits der Werbebande keine Balljungen mitliefen. Vielleicht erfreut sich ja Marcel Ketelaer, Spielertrainer der Amateurmannschaft, bald an diesem serbischen Usain Bolt…

 STEFAN LEXA FEAT. EDI GLIEDER

Als dann auch noch der inzwischen 36-jährige Ex-Adler Stefan Lexa in der 82. Minute vom ehemaligen schalker „Fußballgott“ und heutigen Co-Trainer des SV Grödig Edi Glieder (16 Spiele, 2 Tore) zur Einwechslung heran gewunken wurde, stellte man sich so langsam aber sicher die Frage, was eigentlich die Heimherren so zu bieten haben. Antwort: 8 gelbe Karten.

Bei so viel Krampf weil ohne Kampf, blieb einem kaum Zeit die tapferen 1.300 Zuschauer zu beobachten, die erst laut sangen, dann leise klatschten und nach Abpfiff ihre blau-weißen Mannen mit leidenschaftlichen Frustgefühlen in Form von „Schnauze voll“-Gesängen in die Kabine schickten. Nun ja, bei vier Punkten aus neun Partien kann man bei Nieselregen und 7 °C verstehen, dass zu Glücksgefühlen eines Fans mehr gehört als eine Bratwurst.

VEREINE AM ABGRUND: „ANTI-SPORTSTADT LINZ“

Wo wir gerade bei schlecht gelaunten Fans sind, müssen wir an dieser Stelle ein Politikum ansprechen, welches für Fankultur im Allgemeinen nicht uninteressant ist. Trotz Neutralität bekamen wir eine ganze Welle an Empörung gegenüber der Stadt Linz mit, die sich in der Öffentlichkeit gerne als „Sportstadt Linz“ charakterisiert. Dieser stolze Ausruf steht auch in Großbuchstaben unter dem Haupttribünendach des Linzer Stadions.

Der zahlenmäßig größere Stadtrivale LASK, der seine Spiele ebenfalls im Linzer Stadion austrägt,  erlag 2012 einem Zwangsabstieg in die Amateurliga. Die Kassen leer, die sportliche Zukunft ungewiss, unterstützte die Stadt den Fußballbetrieb mit einer Stadionmiete, die man ebenso in Goldbarren zum Amt bringen könnte. Da dies beide Vereine betrifft und die veranschlagten Kosten nicht gedeckt werden können, titelte „nachrichten.at“ am 10.10.2012: „LASK muss raus, Blau-Weiß will nicht rein. Und so kommt es – der LASK muss die Wohnung räumen, die Blau-Weißen kämpfen in Gesprächen darum, die „Trainingsplätze bezahlen zu können.“

Dass bei solchen Vetternwirtschaftskriegen die lokale Presse nicht mit negativen Superlativen geizt, ist vorprogrammiert. So wird Linz als „Anti-Sportstadt“ zerrissen und der Lächerlichkeit in ganz Österreich verhöhnt. Nein, da schmeckt bei Niederlagen nicht mal mehr die Bratwurst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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