“The first gentleman of football“

Eine Hommage der Schottischen Furche an einen der größten Sportsmänner aller Zeiten.

763 Spiele, Fußballkönig in Nigeria, Stammeshäuptling in Ghana, Ehrenbürger von Stoke, von Königin Elisabeth II. in den Adelsstand berufen. Hunderttausende begleiteten seine Urne ins Britannia Stadium. Heute vor 97 Jahren erblickte der kleine Stan in Hanley das Licht der Welt.

His name is symbolic of the beauty of the game, his fame timeless and international, his sportsmanship and modesty universally acclaimed. A magical player, of the people, for the people.”

Reinhard Libuda hat ihm seinen Spitznamen „Stan“ zu verdanken.  Sein Rechtsaußenvorfahre  von der Insel war der „Erfinder“ des berühmten Matthews-Tricks (= links antäuschen, rechts vorbeigehen) – bis heute dröhnt es aus unser Vaters Munde: „An Gott kommt keiner vorbei – außer Stan Libuda“. Die Außenläufer hatten also schon immer ihre ganz eigenen Gene, nicht selten in rebellischer Lebensweise. Doch anders Matthews: „Vis Unita Fortior“ ist in das Wappen von Stoke eingraviert und könnte treffender den Charakter von „The Wizard oft he dribble“ nicht beschreiben: „Gemeinsamkeit ist die Stärke“.

„When running along Blackpool’s beach, at 7 am, no matter the weather, Matthews wore shoes that contained lead, so that when he changed into his football boots, his feet felt light, giving himself the impression that he could run faster.”

Matthews war ein Teamplayer wie er im Buche steht. Anekdote aus 1936 gefällig? Stoke spielte nie um die Meisterschaft mit und Matthews plagten Abwanderungsgedanken. Die Einwohner der Töpfereistadt aus Mittelengland waren schockiert, protestierten zu Tausenden in der Kings Hall und marschierten mit Plakaten zum Stadion. Matthews war überwältigt, bekannte sich zu seiner erfolglosen Truppe und blieb für 140 Mark die Woche in Stoke. Er war in jeder Hinsicht ein Vorbild auf dem Fußballplatz. Obwohl seine Gegenspieler ihn oft brutal foulten, revanchierte er sich nie. In 35 Jahren Fußballkarriere wurde er nicht einmal des Feldes verwiesen.

“He never smoked, instead he was very conscious of every item of food and drink he consumed. The only time he knowingly consumed alcohol was when drinking champagne out of the FA Cup in 1953.”

 

Matthews beendete seine Karriere 1965 im Alter von 50 Jahren! Er erlebte praktisch die gesamte Entwicklung dieser Sportart aktiv mit. Dies ist umso erstaunlicher, da der Krieg ihm wohl um seine besten Jahre brachte und kein Spielbetreib stattfand. Nach Kriegsende war Matthews 32 Jahre alt und hockte nun in Stoke aussortiert auf der Bank. Was dann passierte, ist nur schwer in Worte zu fassen und fällt in die Kategorie: Wunder.

Für das „Spottgeld“ von 120.000 Mark ging Matthews 1947 zum FC Blackpool und absolvierte in weiteren 14 Jahren 391 Ligaspiele. Seiner früheren Bezeichnung „The Magician“ hatte er nun wahrlich alle Ehre gemacht. Dort holte er auch 1956 in einer der legendärsten FA-Cup Finalspiele (4:3 vs. Bolton) seinen einzigen sportlichen Titel. Weil er drei Tore auf seine unnachahmliche Art vorbereitete, ist das Spiel bis heute in den Annalen als „Matthews Finale“ zu finden. Im gleichen Jahr erhielt er als erster Spieler den neu geschaffenen Titel als „Europas Fußballer des Jahres“.

„Self-willed, strong-minded, humorous, generous of spirit and, for all his fame as down to earth as the folk who once adorned the terraces in the hope of seeing him sparkle gold dust on to their harsh working lives.“

Doch dem nicht genug. 1961 kehrte Matthews mit 46 Jahren zu Stoke City zurück. Der Verein befand sich in einer Krise. The Wizard oft the dribble spielte wie in seinen besten Jahren, die Zuschauerzahlen verzehnfachten sich, der Club kurierte seine leeren Kassen und stieg zwei Jahre später wieder in die erste Liga auf. Matthews hatte sich endgültig unsterblich gemacht. Und das im wahrsten Sinne: Seine Asche ruht bis heute unter dem Spielfeld des Stadions. Bei seinem Abschiedsspiel lief vor 35.000 Zuschauern alles auf, was Rang und Namen hatte: Eusebio, di Stefano, Overath, Law, Charlton, Puskás, Seeler und Co. verbeugten sich vor dem  „first gentleman of football.

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