3001 – A Stadium Odyssey

Ich fragte meine Seele: „Was kann ich erlangen im Leben?“. Ich bekam keine Antwort. Die Frage war zu materiell für ein Abstraktum wie die Seele, die prompt beleidigt war. So kam es, dass die Seele sich in ihrer Intellektualität angegriffen fühlte und lies ihren Praktikanten, den Verstand, die Frage beantworten. Der Verstand kochte sich Kaffee mit viel Zucker und paukte auf Google Überstunden. Er stieß auf Begriffe wie Arbeit, Geld, Starbucks, Autos, Liebe, Eigentum, bla bla, Area 51, Freundschaft, Frieden und 3298 weitere Begriffe. „Scheiß Google!“, sagte der Verstand und setzte neuen Kaffee auf.

Im diesem Moment kam der Glaube von einer Fortbildung zurück. „Kein Computer der Serie 9000 hat jemals einen Fehler gemacht oder unklare Informationen gegeben. Versteh doch!“, warf er dem Verstand entgegen. Der Zucker war ausgegangen. Aus dem Nebenzimmer hallte es von der Wissenschaft: „Feldstudie! Du musst raus, raus, raus!!!“ Mittagspause. Wir gingen alle gemeinsam ein paar Meter im angrenzenden Park sparzieren. Als ein kräftiger Windstoß durch die Bäume wehte, blickten wir kurz nach oben. Im gleichen Moment löste sich eine Kastanie aus großer Höhe. Die Wissenschaft sprang gazellenartig einen Schritt vor, stellte das rechte Bein in eine neunzig gradwinklige Beuge, spannte den Oberkörper und trat….daneben.

In diesem Moment bekam ich von rechts einen starken Hieb. Ich wachte auf. Anhand meines trüben Blickes folgerten Rudimente meines Bewusstseins einen Zustand erheblicher Trunkenheit. Dann wurde es laut. Sehr laut. Ich stand auf. Um mich herum nahm ich im grellen Licht vereinzeltes Gelächter wahr, das, so schien es, mir gewidmet war. „Ey mach ma deine Pfütze leer! Wir ham leer!“. Meine Sinne addierten und multiplizierten und summierten, dass dies Jockel, ein Hiwi aus der Molekularfoschungsabteilung und somit Arbeitskollege sein musste. Ein Pfiff ertönte. Ich machte die Pfütze aus meinem Becher leer und ging raus, raus, raus an den Sockel des nächsten Bierstandes. „Was darfs sein, junger Mann?“ blondierte mir eine Frau entgegen. „Hätte gern ne Feldstudie…äh nee, 4 Bier.“

 

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