Historische Proletenphraserei

fuc39fball-im-mittelalterEin aachener Professor erzählte in einer seiner Geschichtsvorlesungen während der WM 2006 von einer Gegend in England, irgendwo in der Nähe von Reading. Zeit: 90min vor den Kreuzzügen. Spielsituation: Ein Stadttor, zwei Soldaten mit ihren Helmen, kein Abseits. Babak Rafati war wiedermal die Sicht versperrt. (nicht persönlich gemeint!) Hierbei muss erwähnt werden, dass Reading bei Tagesende nicht wirklich Nottingham ist und auch kein Robin Petric Hood vom Baum springt und für Action sorgt. Ergänze also: Ein Stadttor, zwei Soldaten mit ihren Helmen, immer noch kein Abseits, Langeweile. Dass Köpfe und Helme irgendwie rund sind, bemerkte nicht erst Horst Hrubesch. Und dass das runde ins Eckige muss, erahnte man selbst in Reading.

Diese zwei Soldaten waren also so dermaßen, so unglaublich gelangweilt, dass einer von ihnen anfing, seinen Helm per Direktabnahme mit dem linken Außenriss in den Giebel des hölzernen Stadttores zu zirkeln. Dieses Rumgebolze nervte den anderen Soldaten so sehr, dass er bei einem Zwischenstand von 0:12 per Hackenvorfallzieher ala Rene Higuita den anfliegenden Helm elegant in die Tiefen des gegnerischen Burggrabens hämmerte.

Der Philosoph Gary Lineker brachte Jahrhunderte später das Gerücht in den Umlauf, Reading sei kurz danach von 11 unbezwingbaren deutschen Tugenden nieder gerannt worden. Da scheiden sich aber die Geister der Gelehrten. Doch in einer Frage waren sie sich einig: Waaaaaaaarum?! Warum zum Ede Geyer pölen sich zwei Soldaten ihre Helme um die Ohren?! Die Komplexität dieser Frage versetzte den kompletten Hörsaal in Starre. Exakt 27 Stunden und 43min vor Deutschland – Argentinien stellt der Professor fest: „Weil es der leidenschaftlichste Weg im Leben ist, dem Alltäglichen zu entfliehen!“

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