Groundspotting

Sag ja zum Fußball, sag ja zur Kurve, sag ja zur Wurst, sag ja zu Freunden. Sag ja zu einer pervers großen Fahne. Sag ja zu Aufnähern, Kutten, Schals und Bengalos. Sag ja zu Niederlagen, hohem Blutdruck und Zahnzusatzversicherung. Sag ja zur Vereinskneipe, sag ja zur ersten Jahreshauptversammlung, sag ja zur Tradition. Sag ja zum Retroshirt mit passenden Stutzen, sag ja zum dreiteiligen Saisonset auf Ratenzahlung in hunderten von Münzen. Sag ja zum Pappbecher und dazu, bei -10 Grad auswärts zu stehen und dir hirnlähmende 90 Minuten reinzuziehen, und dich dabei mit Existenzangst zu beschäftigen. Sag ja dazu, bei Schlusspfiff der einsamste Mensch auf dem Planeten zu sein, dich danach in einem Sonderzug vollbrechen zu lassen und die fünf gezogenen Notbremsen toll zu finden, die von missratenen Mobkindern als Szeneeinstieg empfunden werden. Doch sag ja zur Zukunft, sag ja zum Leben. Und warum sollte ich das machen? Es gibt keine Gründe. Wer braucht Gründe, wenn man Fußball hat?

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