Coming Hopp: Figueres vs. La Jonguera

Match: UE Figueres vs. UE La Jonquera
Liga: Tercera Division, Gruppe 5 (4. Liga, Katalonien)
Kickoff: Sonntag, 04.09.16
Ground: Estadio Municipal de Vilatenim
Kapazität: 9472 Zuschauer
Prognose: wie Rödinghausen gegen Siegen in Ahlen als Derby

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Song 2 beim Gegentor

Sonne, Wolke, Regen, Wind, es war alles dabei. Metapher und so. Immer gut als Texteinstieg jaja. Zwei Spieltage rum. Der Gast Viertletzter, der Gastgeber Letzter. 0 Punkte. Garantiert alles, nur kein müder Sommerkick. Im gut situiertien Stadtteil List findet man eine gestriegelte Anlage mit vier Fußballplätzen, zwei Tennis Courts und ein altehrwürdiges Rugbyfeld. Genauer betrachtet aber springen einem bildschöne Schürfwunden ins Auge: Lädierter Rasen, vergilbte Torpfosten und unkrautüberzogene Betontreppen. Für satte 6 ermäßigte Euro bekam die Furche ein Duell auf Kniehöhe präsentiert. Mittelmäßiges Gilde Plastikpils und knackige Senfpeitschen für je zwei Dublonen manipulierten den ersten Eindruck einer einfältigen Stadtsportanlange ohne Herz. Am Ende standen viel K(r)ampf um Ball und Beine, zwei Elfmeter, ein auf den Hartboden aufgeschlagener Aufsteiger und eine marktschreierische Gästebank auf dem Matchplan. Nerven komplett Stefan Blank. Was macht der eigentlich? Highlight: ein kurz überforderter rentnerischer Stadionsprecher, der beim 0:1 doch glatt zum Song 2 von Blur griff. Wohooo! Kundenrezension: Gerne wieder!!1!! Echt!!1!! War diese Rezension für Sie hilfreich?

(HSC Hannover vs. VfL Oldenburg 1:2, Oberliga Niedersachsen, 21.08.2016)

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Hopppics: HSC Hannover vs. VfL Oldenburg 1:2

Oberliga Niedersachsen, 3. Spieltag, 21.08.2016, 15:00Uhr

Brutale, widerliche Maschinen!

EILMELDUNG: Götze für 26 Millionen Euro zurück nach Dortmund! EILMELDUNG: Schürrle für 30 Millionen Euro zum BVB! EILMELDUNG: Sane für 50 Millionen Euro zu Manchester City! Die Saisonplanungen in Utopia laufen auf den Hochtouren des Wahnsinns. Und natürlich ist jeder Neuzugang ein „Transfer-Coup“ oder „Kracher“. Man hat bei allen Clubs das Gefühl, dass wirklich nichts und niemand schieflaufen kann – glaubt man den Phrasen der Beteiligten.

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Inzwischen ist nämlich nicht einfach alles nur gut oder zufriedenstellend, sondern irgendwie ziemlich brutal. Die Moral der Mannschaft ist „brutal“ gut, die Qualität des Kaders ist „brutal“ gut, die Physis des Teams ist „brutal“ gut – und Spieler, die es zu einem doppelten Übersteiger schaffen, sind laut Mannschaftskameraden „krasse Maschinen“. In der Neandertal-Höhle des Fußballuniversums regiert im Gesamten der rhetorische Versuch, Begriffe mit negativen Konnotationen als reißerische Siegesmetaphern auszurufen. Das klingt in der Masse nicht nur dämlich und sprachlich erbärmlich, sondern irgendwann auch ziemlich lasch und abgenutzt.

Und wenn der Trainer eines Bezirksligisten von einer „widerlichen Qualität in der Breite“ seines Teams spricht, so weiß man für einen Moment nicht mehr, ob es gerade um den Kader des FC Bayern München oder um den eines Amateurvereins geht. Solange die Murmel noch nicht rollt, täte dem Fußball ein Tick weniger stupides Gefauche recht gut – weiß man doch, dass am Ende nur der Abstiegskampf „brutal“ ist. Oder Thorsten Legat.

By the way, Hans Sarpei!

Hans Sarpei hat den Fußball immer geliebt. Der afrikanische Chuck Norris wandelt nicht nur frisch auf Außen (wie einst in Mailand) zwischen Amateur und -Profisport, sondern grätscht auch gekonnt die plakativen Rassismus-Kampagnen der Fifa ab. So kann man ihm nur wünschen, dass seine Kolumnen nicht daherkommen wie die eines Sky-Experten. Das L steht schließlich für Gefahr!

(Weiß auch: die Juli-Ausgabe des Titanic-Magazin)

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Der blanke Horror!

Man kann wirklich nur noch lachen. Es lohnt einfach nicht mehr sich aufzuregen. Unsere U19 spielt die von Italien 70 Minuten an die Wand, Abwehrschlacht, Kreislaufen, Powerplay, drei Stürmer, Italiens Torwart kratzt bei einem Eckball-Verhältnis von 0:1000 drei Bälle von der Torlinie. Like Bayern versus Chelsea. Dann der erste Konter, Schuss aus 12m, Handspiel, Elfer, 1:0 Italien. Von da an stellt Italien von Achter auf – Zehnerkette um. Aus, Schluss, vorbei, total krank. Der blanke Horror.

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U19-EM vor 54.000

Deutschland vs. Italien Pt.2. Die U19-EM startet mit dem Auftakt in Stuttgart vor voller Hütte! Für die gesamte Truppe gilt, mindestens Fünfter zu werden, um sich für die WM zu qualifizieren. Hinsichtlich dessen, was wir seit Jahren bzgl. fehlender Box-Alternativen diskutieren, beobachten wir vor allem Janni Serra vom BVB im Turnier mit der Lupe: 1,93m, Stoßstürmer. Einen echten Star gibt es nicht, wenngleich Benjamin Henrichs von Bayer Leverkusen herausstechen könnte. Ansonsten ist England klar Favorit ist und der DJ definitely not David Guetta – Danke!

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Sätze der Bedeutungslosigkeit #16

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1. „Ich habe mir einige Spiele der SGE angeschaut. Ich denke, die Entscheidung für die Eintracht war richtig.“ (Branimir Hrgota schaut: Best Of Okocha ´93)
2. „Die Finanzierung von Profivereinen aus Steuermitteln kann den Wettbewerb verzerren.“ (Margrethe Vestager, EU-Wettbewerbskommissarin und Investigativ-Journalistin)
3. „Ich würde sehr gerne in England bleiben. Mir gefällt es sehr gut in Norwich, ich bin gut aufgenommen worden und komme bei den Fans an.“ (Zweitligist Timm Klose, gestern)
4. „Wenn man in der Nationalmannschaft spielen will, dann muss man auf dem höchsten Level spielen. Und das ist nun einmal die erste und nicht die zweite Liga.“ (Erstligist Timm Klose, heute)
5. „Timm Klose ist von der Schweizer Nati weiter entfernt als Jörg Stiel.“ (weiß leider: Die Schottische Furche)

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Vom 14. bis 17. Juli öffnet die phänomenale Millerntor Gallery wieder ihre Pforten in Hamburg. Für einen Text zum Thema „Persönlicher Raum im Stadion“ musste man uns nicht zweimal fragen, sodass die Furche nun Teil des dazugehörigen Katalogs ist. Stolz wie Bolle gibt´s hier den Text vorab, und natürlich sehen wir uns vor Ort:

MILLERNTOR GALLERY #6
14. Juli – 17. Juli
Von 14. Juli um 18:00 bis 17. Juli um 20:00
Heiligengeistfeld 1, 20359 Hamburg

Kommt rum!

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Lieber Spiegel,

es ist doch überaus faszinierend, wie man so unfassbar wenig Ahnung von Fußball haben kann. Nein wirklich, wir sollten unsere Spielweise der isländischen und walisischen anpassen. Allein schon wegen der gleichen Personaldecke. Denkt gerade wahrscheinlich auch Erich Ribbeck. Aber das ist ja das Schöne an EM und WM – dass nicht nur plötzliche Turnierfans von Packing reden, sondern auch so manch „Ressortleiter Sport“ seine fußballfachliche Inkompetenz zur Schau stellt. Weiter, immer weiter, Christian Gödecke.

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(Quelle: http://www.spiegel.de/sport/fussball/em-2016-mehmet-scholl-attackiert-stab-von-joachim-loew-a-1101042.html)

 

Harter Kater

Mit der inneren Wärme einer Pizza Calzone aufgewacht. An die Decke starrend, schelmisch grinsend. Dann ein Scroll-Marathon von Spox bis Kicker, dann die internationalen Pressestimmen inhaliert, den Zaza-Tanz geloopt, die Tränen Barzaglis getrunken und Urs Siegenthaler am schollschen Marterpfahl betanzt. Welch glückliches Leben! Ein paar tausend Effzeh-Klicks von befreundeten Facebook-Befreundeten später schaltet man den Fernseher ein und will sich zu den Höhepunkten auf tagesschau24 befriedigen. Doch plötzlich ZDF-Fernsehgarten. Andrea Kiewel schreit „Halbfinaaaaaale!“. Zu Gast: Henry Maske. Schland dreht durch. Warten auf Island.

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Stiflers Mum und Böhse Onkelz

…oder: unsere Eindrücke als RE:Ticker aus Lille

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10:23Uhr. Wache auf mit Seifenresten im Mund.

10:26Uhr. Schlande die Treppe des Airbnb-Lochs herunter in Richtung Bad. Bissspuren in der Seife. Eine zerstörte Akustik-Gitarre. Das Klose-Trikot ist getränkt in 9 prozentiges Starkbier. Auf der Partymeile vor unserer Tür singen bierbäuchige Altnazis „Mexiko“ von den Böhsen Onkelz in Dauerschleife.

12:30Uhr. Ein kühles Blondes mit der Konterstärke von Leroy Sané. Ob der spielen wird? „Die Nummer 1…die Nummer 1…die Nummer 1 der Weeelt sind wir!“ stimmt Gauland Ecke Rue Amiens im Sportpalast an. Das Thema Startelf ist seit 48 Stunden so omnipräsent wie die Gefahr eines Terroranschlags. Falls wir hier draufgehn, sagt bitte unseren nicht geborenen Kindern, dass wir den Fußball sehr geliebt haben. Die Bardame ist übrigens Stiflers Mum und wir nur kindische Märtyrer der Fußballkultur. Ein Kette rauchender (Reval) Kahn-Verschnitt mit Großkreutz-Trikot sagt seinem Kumpel in Lederhosen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Anschlag laut BILD bei 40 Prozent liegt. Dann singen beide wieder Arm in Arm „Mexiko“ und bestellen bei Stiflers Mum „this beer da“.

14:10Uhr. Die fünf Engländer von gestern grätschen stümperhaft in den Laden. Hugs ohne Ende. Und Gelächter über das Remis gegen Russland. Der geliebte Feind. Fußball verbindet – vor allem am Glas. Laut Lukas habe ich die Seife für weiße Schokolade gehalten und die Gitarre per Dropkick genommen. Verzweiflungsschuss. Gestern um 4:23Uhr aus Versehen Bilder via WhatsApp an Mama gesendet. Keine Antwort erhalten. Und daaaaaaa macht Luka Modric aka Beatrix von Storch das 1:0 für Kroatien.

17:16Uhr. Auf dem Weg zum Stadion kommen wir am Place du Général-de-Gaulle vorbei, wo gerade das Oktoberfest stattfindet. „Steht auuuf, wenn ihr Deutsche seid!“ skandieren die mitgereisten AfD-Wähler.

18:33Uhr. 55€ das Ticket. Drei Kontrollen. Kein Terror. Kein Sané. Nur Fußball und Böhse Onkelz. Mustafiiiiiii jaaaaa!

„Dirty Games“: Appell statt Anklage

Seit dem 02. Juni ist der prämierte Dokumentarfilm „Dirty Games“ von Benjamin Best in den Kinos. Das Werk ist „keine brachiale Anklage, vielmehr ein fast hilfloser Appell an die Sportfans“, heißt es in „ttt“. Es ist wohltuend festzustellen, dass ein Ab- und damit Durchwinken von Korruption im Sport keine Option für die Zivilgesellschaft sein darf – und wenn die hundertste Doku, das tausendste Plakat oder die hunderttausendste Unterschrift noch so vergeblich erscheint. Worum es geht in 6:20min via ‚ttt – titel thesen temperamente‘: http://www.ardmediathek.de/tv/ttt-titel-thesen-temperamente/Dirty-Games-Die-schmutzige-Seite-des/Das-Erste/Video?bcastId=431902&documentId=35648078

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Unsportlicher Sport

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Es ist ja schon komisch mit der EM. Da steht ein sportliches Highlight vor der Tür und es geht um alles – nur eben nicht um Sport. Einerseits die großen Zweifel hinsichtlich der Sicherheitslage rund um die Spiele, andererseits die Debatten um die Aussage eines AfD-Politikers, der offensichtlich den Verstand verloren hat. Umsäumt wird all das Unsportliche von einer Marketing-Welle, die an Konsum-Perversion nur schwer zu überbieten ist und sich jeder Supermarkt anfühlt wie die Kabine der deutschen Elf.

Und der DFB? Der steht als „gemeinnütziger Verein“ dem ganzen Wahnsinn natürlich vorbildlich gegenüber und schreibt sich in seiner Satzung die „Förderung gesunder Ernährung (…) als gesundheitliche Prävention“ auf die Fahnen. Deshalb entschied man sich in Frankfurt auch guten Gewissens für Verträge mit Ferrero („Steck deine Stars in die Tasche!“) und McDonalds („Sport und McDonald’s gehören einfach zusammen“) und schnürte mit Coca Cola einen „Premium-Partner“-Deal. Während Erwachsene mit Brauspar-Aktionen ein alkoholisches Konto eröffnen, können so besonders Kinder die EM bei Schokolade, Burger und Cola kalorienarm genießen. Gesundheit ist eben alles, besonders in Satzungen.

Ein Supermarkt-Regal weiter kann man den Liter Milch heute übrigens ab 47 Cent erwerben. Und während zig Bauern in ganz Deutschland um ihre Existenz fürchten, entscheiden sich eben doch viele für die 24 Sammeldosen von Coca Cola – natürlich wegen des gesundes Inhaltes und nicht wegen den abgebildeten Mats Hummels oder Manuel Neuer. Die Welt ist verrückt geworden. Darauf ein Prosit, lieber DFB!

Der 24. Mai: „The world’s worst stadium disaster“

Am 24. Mai: „Zertrampelt, erstickt und von Gitterstäben aufgespießt, blieben 328 Frauen, Kinder und Männer tot liegen – mehr Todesopfer als jede südamerikanische Revolution seit dem Sturz des argentinischen Staatschefs Perón gefordert hat. […] Die Erbitterung der Peruaner kochte über, als die Polizei sechs Jugendliche erschoß: Sie lynchten drei Polizeibeamte, zerstückelten einen Polizeihund und steckten US-Gebäude in Brand.“

In Gedenken – der Spiegel-Artikel vom 03.06.1964: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174699.html 

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Da ist gekommen wieder diese eine Moment!

Es ist doch immer wieder faszinierend, mit welch ausnahmsloser Ahnungslosigkeit dieser Tom Bartels Fußballspiele kommentiert. Allein auf die Idee zu kommen, dass bei dem Duell Schäfer gegen Chandler ein Elfmeter gepfiffen werden müsste, zeugt von solcher Inkompetenz, dass man Bartels selbst am liebsten mit einem langen Ball auf die Außenbahn schicken würde, nur um ihn dann mit Ball über die Bande einfach „wegzumachen“ (wie unser Trainer immer verlangt). Schäfers Tackling – zuerst Ball, dann Mann – ist von Timing und Erfahrung her einfach nur endgeil. Ein Tackling, für das jeder Kreisliga-Holzfuß hinterher eine Kiste geben müsste. Aber genau hier können wir uns beruhigt festlegen: spätestens bei der EM wird Bartels Tom wieder eine andere populäre Haltung einschlagen und monieren, dass Schiedsrichter die Partien zu sehr zerpfeifen würden oder dass solche Tacklings „in England mit Beifall beklatscht werden“. Alles eben so, wie es gerade passt. Wär doch das ganze Jahr Vierschanzentournee!

Good bye, Upton Park!

Heute müssen wir alle, ja wir all jene, die Fußballkultur lieben, ganz tapfer sein. Die ‚Hammers‘ öffnen heute Abend gegen ManU nach 112 Jahren das letzte Mal die Türen ihres heiligen Wohnzimmers. Kaum ein anderes Stadion war derart eng verbunden mit seinem sozialen Umfeld, den Arbeitern, der Armut, den alten Docks des East Ends und den letzten Cockneys. Irgendwo da draußen fern von jedem Tourismus, hier war Fußball alles: Lebensinhalt und Lebensersatz. In tiefer Trauer nehmen wir Abschied – von Kult und Chaos, dem Mythos Green Street ebenso wie von der Statue Bobby Moores.

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Ein adäquater Rundumschlag von Jean Mikhail via DIE WELT : http://www.welt.de/sport/fussball/internationale-ligen/article155183594/Hier-gehen-am-Dienstag-fuer-immer-die-Lichter-aus.html

 

 

Der Tod eines Fußballspielers

– “Herzmassage! Herzmassage!“ will man den Mannschaftsärzten und Sanis zurufen. Aber sie wiederholen ihren Fehler immer wieder. Und Ekeng stirbt immer wieder. – Danach tragen sie ihn in einen Krankenwagen, der entgegen aller Standards keinen Defibrillator hat. „Korruption tötet!“ rufen sie auf dem Platz der Universität in die Kameras. Am vergangenen Freitag starb der Kameruner Fußballer Patrick Ekeng, nachdem er in der 70. Minute auf dem Spielfeld zusammengebrochen war.

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Starkes Ding via ‚Krautreporter‘: https://krautreporter.de/1484–der-tod-eines-fussballspielers

Elf des 33. Spieltags

Nicht nur taktisch setzt die Elf des 33. Spieltags neue Maßstäbe. Auch die brasilianisch-deutsche Balkan-Achse lässt eine Art Fußball erahnen, der ästhetisch zwischen Sonnenaufgang und Naturkatastrophe schwankt. Nicht auszudenken, welche Maschinen da auf der Ersatzbank sitzen! #2001

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Pro Samstag 15:30

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Der Kühlschrank brummt wie eine Mischung aus einem Atomkraftwerk und einer V2-Rakete. Niemand wird überleben. Im Park gegenüber schreien sie bereits. Hildesheim-Marienfriedhof halt. Hartz4 vs. Studenten vs. Polizei vs. Netto-Bourgeoisie. Pünktlich um 9Uhr geht es los, freundlich gesinnt, wie immer, jemand spielt Gitarre, singt „No Woman, No cry“. Erst alleine, dann mit allen, wie im Stadion nach zehn Mal 0,5l-Alarm. Gegen 12Uhr kippt dann die Stimmung, wie immer, Bier leer. Neue Leute kommen, alte bleiben. „Ich hab gestern schon geholt, du Affe! Und wo ist Claudia!?“ Daneben Flunky-Ball. Lehrämter leben einfach das Leben, träumen nicht nur. Maximal Regionalliga. Alle anderen wahrscheinlich beim Yoga, oder am See chillen. Hauptsache kein Fußball. 13:00Uhr. Es läuft bereits die Konferenz der 3. Liga. Erzgebirge Aue steigt auf. Würzburg vielleicht auch. Die Waschmaschine läuft, auch ohne Ariel. English Breakfast, das erste Bier: Bayreuther Hell. Fast fühlt man sich schlecht, ja dekadent. Eier, Bohnen, Speck, das Leben leben! Anpfiff Bundesliga, Sky Go vom Vadder gemopst, er ja selbst auf Schalke, der Arme. Bayern wird Meister blabla, gib ma Kippe. Nach 18 Minuten sehe ich das erste Mal Schalke, vorher viermal Bayern, bei denen es schließlich noch um einen Scheißdreck geht. Sky go fuck you. Schorsch, von Beruf Schalker, mit Hobby Kulturwissenschaften, trinkt einfach weiter und baut Ziggis so sicher wie die VFB-Abwehr. Kiste Veltins fast leer. Aus Frust. Jetzt Xbox, irgendwas mit Medien, Fifa 2006, 1:1 gegen Augsburg, No Schalke, No Cry.

 

Im totalitären Red Bull-Staat

Ein Blick in die Welt von Red Bull: Servus TV wird im Juni eingestellt, 280 MitarbeiterInnen verlieren ihren Job. „Inzwischen gilt als offiziell, dass Mateschitz einen Ausraster hatte, weil ein Betriebsrat gegründet werden sollte.“

–> http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Angst-vor-einem-Betriebsrat-Aus-fuer-Servus-TV,servustv102.html

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Gut für alle Beteiligten

Man muss diesen Club nicht toll finden. Man muss auch Christian Streich nicht toll finden. Auch muss man nicht die Grünen wählen oder den Ex-Tabak von Volker Finke rauchen (Schwarzer Krauser!). Und doch ist eines Fakt: für den Fußball in Deutschland ist der SC Freiburg vielleicht der wichtigste Fels in der Brandung. Wo Geld schon immer fehlte, Jugend so viel Vertrauen genießt und das Unkoventionelle (immer mal wieder) siegt. Es tut einfach gut das zu sehen – und zwar nicht als Vereins- sondern als Fußballfan. Von Kiel bis Burghausen: GLÜCKWUNSCH!

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(Foto via www.fudder.de)

 

Einzelkritik Toni Kroos

Furche-Einzelkritik. Heute: T. Kroos (City vs. Real 0:0)

Reals Dirigenten merkte man im Aufbau das Fehlen seiner Ersten Geige Ronaldo an. Deshalb ohne Fixpunkt, offensiv so blass wie Nosferatu an guten Tagen. Seine Laufwege hingegen wie immer clever, ohne echte Tempowechsel, ein Jogger im Central Park, etwas angeschwitzt. In der ersten Halbzeit mit Modric so präsent wie Behle 1980, das Zentrum getränkt in weiße Leere. In Hälfte zwei dann auffälliger, seine Diagos und Schnittstellenmonster sezierten Citys Abwehr in chirurgischer Perfektion. Die Ecken nun gefährlich, plötzliches Tiki-Taka nie ohne ihn. Das macht ein gutes Pferd (hier: Dressur) eben aus – auch an weniger großen Tagen so ultrakonservativ Bälle zu sichern und zu verteilen wie Goldbarren im Fort Knox. 90. Minute ausgewechselt. Keine Ovationen.

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Elf des 31. Spieltags

Noch schnell die Elf des 31. Spieltags (von 2001). Wir sind uns noch nicht so ganz sicher, welches Finale diese Weltauswahl bestreiten würde. Wir wissen nur eines ganz sicher: ohne Kartenflut käme diese Truppe nicht ein einziges Mal aus! Alex Alves z.B. aus Prinzip immer wegen wiederholter Schwalbe.

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Sätze der Bedeutungslosigkeit #15

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1. „Ich weiß von nichts und wenn es kurz bevorstehen würde, dann würde ich es wissen.“ (Jannik Vestergaard, Hellseher)
2. „Letzte Woche war Djourou auch schon Thema, da haben aber ein paar Dinge noch nicht gepasst. Er ist für Freitag ein klares Thema, aber auch da müssen wir den Donnerstag abwarten.“ (Bruno Labbadia, Theoretiker)
3. „Ich sehe schwarz!“ (Uli Stein, Frankfurter Astrophysiker)
4. „Ancelotti hat mich angerufen und gesagt: ‚Massimo, bring den Klub in die Premier League und ich komme zu dir, denn der einzige Ort, an den ich zurück will, ist England.“ (Massimo Cellino, Besitzer von Leeds United live aus einem Pub)
5. „Wenn wir wirklich ein Top-Verein werden wollen, dann müssen die Verantwortlichen auch weiter etwas machen. Bisher wurde immer in den Kader investiert. Wenn das so bleibt, kann ich mir vorstellen, dass ich bleibe.“ (Luiz Gustavo, VW-Vorstand und Weltfußballer des Jahres)

Keine Relation

Nicht nur, dass man gegen Werder Bremen so wenig gebacken bekommt und Schwalben die einzige Lösung sind, nein. Man gratuliert sich dafür auch noch und klatscht ab. Doch so erbärmlich das für einen solchen Verein auch erscheint, so ist es ja nichts Neues.
Der wirkliche Unterschied zwischen Mannschaften wie Bayern und Bremen besteht viel mehr darin, dass ein Arturo Vidal solch ein Ding ohne Konsequenzen durchziehen kann und wird, während Spieler, die freiwillig und ehrlich zugeben sich absichtlich die 5. Gelbe Karte geholt zu haben, mit 20000€ Strafe versehen werden. Und jetzt alle: „Super Bayern, super Bayern, hey hey…!“

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