Hopppics: Grays Athletic vs. Potters Bar Town 1:3

Non League Div One, Isthmian North (8. Liga), 11.10.17, 5. Spieltag

Wer Operationssäle mag, wird das neue Stadion von Aveley lieben. In diesen sterilen Neubau eines ortsansässigen Mäzen muss Grays Athletic für eine Saison umziehen, da deren eigentliche Spielstätte grundsaniert wird. Was soll man über das Stadion erzählen? Es gibt nichts zu erzählen. Während die Fußballer einlaufen, gymnastiken Mittvierzige unter Diskolicht im Vereinsheim, auf mehreren Flachbildschirmen läuft Werbung im Loop-Modus und Toiletten so „sauber und auf Hochglanz, dass sogar die Jungfrau Maria sich freuen würde hier einzufliegen und ihren Haufen zu setzen“. Richtig Horrorshow eben. Aber seht selbst:

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Hopppics: Arminia Hannover vs. BV Cloppenburg 1:2

Holland raus, Skibbe weiter und so…

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Während wir Ebenezer Ofori vom VfB und Daniel Opare vom FCA bei einer Vuvuzela-Schlacht auf grünem Geläuf in Uganda anfeuern (siehe 4K-Bild), klären wir für euch alle offenen Fragen und Gruppen mit nackten Tatsachen:

GRUPPE A: Nachdem die Türkei und Österreich bereits mit weißen Fahnen vom Reisebüro wieder auf die heimische Couch unterwegs sind, wird heute Niederlande aus purer Solidarität in Weißrussland nach zwei Treffern von Daley Blind nur 1:1 spielen. Gleichzeitig wird Schweden über Luxemburg hinwegfegen und Frankreich glanzlos aber solide in Bulgarien den Dreier einfahren. Robben, Sneijder und Dost treten danach aus der Elftal zurück, Dick Advocaat bleibt und baut um Rafael van der Vaart ein neues Team auf. Weil der Drops dann in Gruppe A gelutscht ist, treten die Niederländer im letzten Spiel am Dienstag gegen Schweden mit einer Rumpftruppe an und verlieren in der Amsterdam-Arena wie 1978 beim Abschiedsspiel von Johan Cruyff mit 0:8. (Google: Die Schande von Amsterdam)

GRUPPE B: Das ist einfach. Haris Seferovic bombt die Schweiz als Primus zu Putin, Portugal wird Zweiter und trifft in der K.O.-Runde auf Italien. Ciro Immobile mit einem Dreierpack im Hinspiel und Cristiano Ronaldo mit Knie-Verletzung und Tränen-Drama im Rückspiel beenden alle Träume des amtierenden Europameisters.

GRUPPE C: Antonio Rukavina entscheidet das letzte Spiel seiner Serben gegen Georgien mit einem Sololauf und grüßt von Platz eins. In einer Form häuslicher Gewalt treffen sich Wales und Irland in cardiff’schen Wohnzimmer zum Shootout um Silber. Schwer zu sagen, ganz ehrlich, da müssen Sie den Trainer fragen. Klar ist: „Das wird europäische Weltklasse!“ (Felix Magath)

GRUPPE D wie Deutschland.

GRUPPE E: Wo Polen gerade Spitzenreiter ist. Dies wird sich aber ändern, weil Montenegro am Sonntag in Warschau mit 1:0 gewinnt und Dänemark mit einem 3:0-Sturmlauf (3x Niklas Bendtner) gegen Rumänien mit dem besseren Torverhältnis direkt zur WM fährt. Polen clasht sich dann mit Nordirland und muss wegen eines 30-Meter-Hammers von Will Griggs nach einem torlosen Hinspiel die Flugtickets stornieren.

GRUPPE F: Auch hier alles klar. England bereits weiter, Schottland verliert morgen in Slowenien Platz zwei, kommt aber mit zwei gebraveharten Siegen gegen überhebliche Kroaten in der K.O.-Runde weiter. Muss man kein Experte für sein, bettet man drauf.

GRUPPE G: Spanien und das unvereinigte Katalonien haben schon gebucht. Italien knapp dahinter, aber eben dahinter. Den Rest regelt Immobile (siehe Gruppe B). Wirklich toll ist, dass Liechtenstein im letzten Match gegen Mazedonien sein zweites Tor in der Quali schießt und glorreich den ersten Punkt einfährt. Glückwunsch schonmal!

GRUPPE H: Lukaku und Co. im Schongang und 35 Buden irgendwo längst da draußen. Gelangweilt treffen sie dabei heute auf umherlaufende Boys aus Bosnien-Herzegowina und drücken Edin und Sead auf Platz drei. Warum? Weil Skibbes Michael mit seinen Griechen natürlich gegen Zypern und Gibraltar gewinnt und dann bei der WM Gruppengegner von Deutschland wird. Geschichten, die nur der Fußball schreiiiii aaah!

GRUPPE I: Island wird Kosovo einfach überlaufen, da brennt nichts mehr an in Walhalla. Auf Augenhöhe treffen sich am Montag noch Ukraine und Kroatien. Kroatien ergaunert sich ein 1:1, kommt aufgrund des besseren Torverhältnisses weiter, trifft dann aber auf Schottland. (siehe Gruppe F) Davor Šuker weitet danach seine korrupten Ämter aus und übernimmt fortan als Spielertrainer.

Argentinische Leere

3:27 Uhr, ARGENTINIEN vs. PERU. La Bombonera, das berühmteste Stadion der Welt, 49.000 Zuschauer. Zweikämpfe an der Eckfahne erkennt man nicht, weil sich die Zuschauer wie anfahrende Skispringer nach vorne und damit vor die Kamera legen. Und da passiert es schon wieder: Otamendi gegen Guerrero. Das ist wie bei zwei Knastbrüdern, die jeden Freigang nutzen, um dem anderen einen Schraubenzieher in die Rippen zu rammen. Ángel Di María hingegen fällt und fällt und weint, steht wieder auf, fällt wieder und ja, dann läuft er kurz, fällt dann aber wieder. Draußen rumpelstilzt Argentiniens Trainer Luis Sampaoli aka Mini-Me auf alles, was gegen seine wild umherlaufenden Untertanen gepfiffen wird. Messi hier, Messi da, Messi überall. Verliert er den Ball, ist das argentinische Spiel tot, nichts hat sich geändert. Wo ist nur Javier Pinola, wenn man ihn braucht?!

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Drei richtig gute Torchancen für La albiceleste, die aber mit den Skills von Kreisliga-Tretern gekonnt verstolpert werden. Draußen verharren währenddessen übrigens Paolo Dybala und Mauro Icardi in einer Art Winterschlaf, für Mini-Me einfach zu gut für diese Gurkentruppe, könnte ja auch zu gut ausgehen in der Quali zur Weltmeisterschaaaaaaaaaaaaaargh Chile macht das 2:1 gegen Ecuador. Argentinien nun komplett ohne Steak, meine Damen und Herren, Otamendi tritt da gerne nochmal nach. Bei Mascerano hat man das Gefühl, ihm sei inzwischen einfach alles egal. Spielt gerade seinen hundertsten Alibi-Pass und zelebriert eine Art Fußball-Nihilismus nach seinem Rücktritt vom Rücktritt. Jefferson Farfan hingegen läuft und läuft und läuft und beschäftigt drei Verteidiger wie überforderte Erzieher in der Ausbildung. Jetzt Messi beim Freistoß, es läuft die Nachspielzeit, mach’s noch einmal, Junge! Von wegen, nicht einmal darauf ist Verlass. Es ist nur noch grausam mit dieser Truppe, Fußball zum Abgewöhnen, Fußball für Masochisten. 0:0, Argentinien ist raus aus den Top Five und den Qualiplätzen. Noch ein letzten Spiel, eine letzte Chance, der Druck steigt ins Unermessliche. Und mit Druck kann das argentinische Team umgehen. Nicht. Selten ein Team gesehen, dass so dermaßen fix und fertig mit den Nerven ist. Gute Nacht, Albträume inklusive.

 

Was, nur ein Prozent?!

Neulich im Bus, zwei Typen, dem Fußball offenbar sehr zugeneigt. A: „Das muss man sich mal geben. Da spendet der Hummels ein Prozent seines Gehalts und lässt sich dafür auch noch feiern. Für ein Prozent! Lächerlich.“ B:“ Hauptsache Image polieren und das Gewissen besänftigen!“ Ich musste daran denken, wie Michael Schumacher einst zehn Millionen Dollar für die Tsunami-Opfer in Südostasien spendete und dafür mit derselben Art von Typen zu kämpfen hatte. Franz Müntefering schoss dabei den Vogel ab und vermischte Regierungspolitik mit fehlender Empathie gegenüber den Opfern: „Ich mag das nicht, dass einer 7,5 Millionen Euro gibt, der zwischendurch dann keine Steuern zahlt.“

Weil ein Prozent einfach zu wenig klingt, weil zehn Millionen Dollar in Relation gesetzt werden. Fakt ist doch, dass es sich bei „Common Goal“ um ein erstrebenswertes und möglicherweise zukunfstweisendes Projekt handelt, an dem noch viel zu wenig Fußballprofis teilnehmen. Wer das negativ beäugt, kann sich gerne einmal daran versuchen Geld zu akquirieren, was 1% von Chiellinis Gehalt entspricht. Für die gute Sache natürlich.

Zur Meldung –> http://t1p.de/qhlk

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Jeff, ich heiße Jeff!

Lautern wollte einen Lautrer, Lautern soll einen bekommen. Im Netz wird gratuliert und gejubelt, im Netz ist aber auch von einer „Notlösung“ die Rede, von einem Mann, den man eher aufgrund seiner Verbundenheit zum FCK als denn seiner Fähigkeiten als Trainer holt. Halt, Stopp! Strasser ist seit 2010 Trainer bei Fola Esch, wurde dort mehrmals Meister und erwarb währenddessen seine Trainer-Lizenz an der Hennes-Weisweiler-Akademie. Als vier Furchen während einer Hopping-Tour 2014 bei Fola zu Gast waren und sich vor Ort umhörten, war dem dortigen Stadionvolk schon damals klar, dass es ihn „irgendwann zurück zum Betze“ treiben werde. Als wir ihn nach Spielschluss persönlich trafen und auf die Lage in Lautern (die Zeit nach Marco Kurz, Krassimir Balakow und Oliver Schäfer), als auch auf einen möglichen Trainerposten in der Pfalz ansprachen , meinter Jeff: „Ich habe ja noch gute Kontakte zum FCK, vor allem zu meinem Freund Ratinho, der ja vor Ort ist. Es ist gerade alles sehr undurchsichtig dort, vielleicht später irgendwann.“ Dann lachte er, wie er immer lacht, ein Umarmung hier, ein Foto da, Prost. Als wir am anderen Tag zum FC Metz und damit zu einer weiteren Station Jeffs aufbrachen, dachten wir nach über diese Zeit, als am Betze noch Youri Djorkaeff und David Ginola aufliefen und der FCK in der Nachspielzeit das Leder zweimal über die Linie drückte – obwohl Marian Hristov….naja…“bis der den Ball unter Kontrolle hat!!!“

Den Knall nicht gehört

Von Didi und Sasa und dem VfB

Ich sitze in einer Bimmelbahn in der Lüneburger Heide fest. Auf den beiden Sitzen gegenüber amüsieren sich zwei Vierzigjährige über die besten Szenen aus „Didi – Der Doppelgänger“. Ich schmunzel und schaue auf den Zwischenstand der Partie M’Gladbach gegen Stuttgart. Didi, denke ich, VfB, denke ich, da war doch was. Irgendwas Geiles. Dabei hatten die Schwaben damals doch erst kurz zuvor einen spektakulären Griff ins Klo gelangt. Geschichten aus der Gruft, Geschichten, die irgendwie fehlen.

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Auch Verlieren will gelernt sein

Hopppics: 1860 München vs. Ingolstadt II 0:0

Regionalliga Bayern, 9. Spieltag, 01.09.2017, 19:00 Uhr, Stadion an der Grünwalder Straße, 12.500 Zuschauer (ausverkauft), Eröffnung 1911

Hopppics: Kroatien vs. Kosovo (abgebr.)

Evolution des Fußballs

„Die Auslosung“ – gelesen von Lukas Schlüter

Videobeweis für alle!

Arm und Reich gehen auch im Fußball immer weiter auseinander. Während im Profifußball mit Hilfe des Videobeweises gekonnt falsche Spieler vom Platz gestellt werden, müssen Kreisliga-Kicker ihre Torlinien noch von Hand ziehen. Das muss aufhören!
Mit unserer neuen Rubrik bieten wir dem DFB an, sich nicht noch weiter von der Basis zu entfernen und für eine digitale Komplettausstattung für jeden Verein zu sorgen! Mit Hilfe dieser Überwachung könnten zudem Spiele der Kreisliga direkt ins Internet übertragen werden. (Jahres-Abo 89,99€) Ohne den Videobeweis kann schließlich kein Fußballspiel mehr fair über die Bühne gehen! Dieser Ungerechtigkeit muss Einhalt geboten werden.
Wie schlecht es dem Fußball abseits des Grindelismus geht, wollen wir hiermit dokumentieren. Deshalb: Schickt uns aussagekräftige Bilder, warum euer Verein und euer Team dringend den Videobeweis benötigen. (gilt auch für Vereinsheime, Kabinenpartys etc. pp.)

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(Bild: Der SC Ingelfingen kurz vor dem alles entscheidenden Gegentor. Abstieg!) #VideobeweisFürAlle

Ich, Fußballgott, gehe in ein hundertjähriges Sabbatical!

Ich, Fußballgott, sage mich los vom Sündenfall, zum Teufel mit den Verbandsunholden und Schreibtischtätern! Dem Herr Gott sei Dank weiß ich, Fußballgott, von der Alien-Saga und den weißen Hyperschlafkapseln in meinem Raumschiff. Wenn das nicht funktioniert, rufe ich, Fußballgott, halt den alten H.G. Wells im Jenseits an und frage ihn nach seiner verdammten Zeitmaschine. Hauptsache weg! Vielleicht lande ich, der Fußballgott, ja auf einem Planeten mit nicht-feindseligen Organismen. An einem Ort, wo der Homo ludens, nicht der Homo faber regiert. Vielleicht ja auf dem Planet der Affen, wo sie Fußball wahrscheinlich noch auf selbstgebaute Holztore und ohne Videobeweis spielen, in der Halbzeit werden Bananen statt Red Bull gereicht. Ich, Fußballgott, habe es über den Grindel gesagt wie es schon einer eurer letzten Geistigen, Erich Kästner, wusste: „Alles, was gigantische Formen annimmt, kann imponieren – auch die Dummheit.“ Ich, Fußballgott, gab euch die Kurven, und was machtet ihr? Ihr machtet Geraden draus! Ich, Fußballgott, gab euch das Feuer, und was machtet ihr draus? Stadionverbote! Ich, Fußballgott, gab euch den aufrechten Gang, und was machtet ihr draus? Sitzplätze! Ihr seid ja wahnsinnig, euch muss man einsperren, da lag der Kinski damals richtig. Ich, Fußballgott, sage Ade von meinem runden, unschuldigen Kindlein, was man da tritt und streichelt zugleich, damit es rollt, im Netze einschlägt und Spiegel der Gesellschaft ist. Arme Gesellschaft! Mir, Fußballgott, ergeht es in diesen Stunden wie einst dem guten Laios, der seinem Ödipus das Leben schenkte und als Dank dafür vom eigenen Sohn gerichtet wurde. Ich, Fußballgott, bin wieder Absoluter Beginner und draußen wie Mutter Natur, peace!

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Pistorius, kein Fußballgott!

„Ich frage mich, woher der teilweise verbreitete Irrglaube stammt, dass Pyrotechnik zum Fußball gehört. […] Es gibt nur eine Antwort: lebenslange Stadionverbote“, sagte der CDU, Pardon, SPD-Politiker. Man müsse einen Weg „maximaler Abschreckung“ gehen und „auch über personalisierte Tickets nachdenken oder über Stadien ohne Stehplätze“. Insider ließen durchsickern, dass Pistorius auch einen totalen Krieg als mögliche Endlösung in Betracht ziehe.

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Foto: Boris Pistorius in seiner größten Rolle als Inspektor Luigi „Lutschi“ Mackeroni im Film „Kondom des Grauens“.

Nur noch so eine Doku

Hey Arte, bisher habt ihr uns mit eurem ARTE Re:-Format wirklich entzückt. Wir sahen hilflose Fischer in Grimsby, leidenschaftliche SchäferInnen mitten in Paris und großartige Studenten-Rentner-WGs im niederländischen Deventer. Doch jetzt präsentiert ihr uns nicht nur einen Spielbericht à la Brisant vom Kick zwischen SV Babelsberg 03 und FC Energie Cottbus, sondern auch den „authentischen“ Ultra Rene und die infantile Linda („Ja, die Hitlergrüße waren auch zur Provokation gegen die Rufe, die wir bekommen haben.) Das tut doch sehr weh und ist so gar nicht Art. Einzig amüsiert uns die endgültige Bestätigung, dass den Verein aus dem „Stadion der Freundschaft“ Deeskalation wirklich so sehr interessiert, dass er noch nicht einmal „der Einladung zur Vorbesprechung“ bezüglich Sicherheit nachkommt.

–> http://sites.arte.tv/re/de/video/re-fussball-radikal

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Hoeneß, du Schlingel!

Hopppics: Phönix Lübeck vs. TSV Travemünde 6:2

WELT & Tünn for Meppen

Gyula Lóránts Meniskus

1860: kein Tag für Häme

Peter Cassalette, Hasanb Ismaik, Ian Ayre, Vitor Pereira – es gibt viele Gründe für eine Verunglimpfung der verantwortlichen Riege. Es gibt jedoch keinen Grund, sich hämisch gegenüber dem Verein 1860 München zu zeigen. Sicher, dafür muss viel Geschehenes in den letzten Jahren ausgeblendet werden, man erinnere sich nur einmal an das Aussperren von Journalisten. Doch es wäre kurzsichtig, den Verein nicht auch als solchen zu sehen und dies in erster Linie mit all seinen zahlreichen Fans und der jahrzehntelangen guten Jugendarbeit. Denn das Schicksal, was den Fans der „Löwen“ widerfahren ist, hätte Fans vieler anderer Clubs ebenso ereilen können. Irgendein Investor kommt, versenkt den Karren, der eh schon in den Dreck gefahren wurde, endgültig und ist durch die autokratischen Strukturen gleichzeitig die letzte Instanz, um die nötigen Lizenzen für anderen Ligen zu sichern. Das alles ist so traurig, weil es nicht „nur“ um den einen Verein namens TSV 1860 München geht. Es schildert auf verstörende Weise den apokalyptischen Status Quo des Fußballs im Allgemeinen. Die Ausbrüche von einigen „so genannten Sechzigern“ (Tom Bartels) gipfelten heute nicht bloß aufgrund des sportlichen Abstiegs, sondern sind auch als Rebellion gegenüber jenem System zu bewerten, was sich da modern und kapitalistisch schimpft. Für Schadenfreude gegenüber 1860 war diese Saison genügend Raum, heute aber verschwindet ein weiteres Stück Bundesligageschichte von der Bildfläche. Ein „Das-haben-die-jetzt-davon-Denken“ ist daher völlig deplatziert – und das unabhängig jedweder Fanzugehörigkeit.

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Fall „Helene“: eine neue Dimension der Gewalt!

Vergeltungsakt des DFB für alle Kritiker des FC Bayern und der armen Anastacia: Helene Fischer singt in der Halbzeitpause des Pokalfinales! Abgesehen davon, dass wir uns natürlich viel lieber Gotthilf Fischer in die Venen gedrückt hätten, darf man schon sagen, dass dies eine neue Dimension der Gewalt ist! Das kann nur von „sogenannten Fans“ des Fußballs organisiert worden sein, die das Stadion missbrauchen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ihr habt den Fußball nie geliebt!

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(Foto: Aufgenommen in die Kartei „Triebtäter Sport“ – der Deutsche Michel)

Lasst doch mal den Olaf durch!

Ihr Hurensöhne! Dann machen wir Bambule!

Von Körpern und Kuchen

Wenn Cristiano Ronaldo zum Torjubel ansetzt, sind wir nicht Zeugen willkürlicher Performance. Ronaldo schießt nämlich sehr oft Tore, ein Umstand, der systematische Selbstinszenierung erst ermöglicht. Mit Ronaldo begann Fußball eine Bühne für Narzissten zu werden, für Muskeln, Schmuck, Piercings, weiße Unterwäsche und noch weißere Zähne. Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz meint: „Körperkult spielt im Narzissmus eine große Rolle. Viele verlagern ihr inneres Problem auf Äußerlichkeiten. Sie betonen ihren Körper durch Training, Diäten, Kleidung oder Kosmetik“. Fans bejubeln daher nicht nur das Tor von Ronaldo, sondern in diesem Moment auch dessen Körper(kult). Der Code ist simple: Nach dem Tor läuft er zu den Fans und zeigt mit beiden Zeigefingern (nur) auf sich und seine Brust. Seht her: Dieser Körper kann das.
Zeitwechsel. Am heutigen 12. April würde der englische Kult-Keeper William Henry Foulke 143 Jahre alt. Foulke, genannt „Fatty“, steht mit 165 Kilogramm als schwergewichtigster Fußballer im Guinness-Buch der Rekorde. Als ihn gegnerische Fans einmal mit „Who ate all the pies?“ („Wer hat den ganzen Kuchen aufgegessen?“) höhnisch besangen, antwortete „Fatty“ mit Humor: „Mir egal, wie sie mich rufen. Hauptsache, sie rufen mich nicht zu spät zum Lunch!“
Selbst in Deutschlands Amateurkabinen werden Kilos belächelt. Nur metallische Körper schießen eben Tore wie Ronaldo, Pfunde helfen nicht, also sind sie unerwünscht. Da ist es kein Wunder, dass sich insbesondere jüngere Kicker neuerdings gerne als „Maschinen“ bezeichnen, was sich im Fußballjargon seit einigen Jahren als Unwort testosterongesteuerter Halbstarker etabliert hat. Ein Mann wie Foulke wäre im gegenwärtigen Ronaldo-Zeitalter voll McFit’scher Hirntodgymnastik wohl maximal Zeugwart geworden. Damals aber war „Fatty“ englischer Nationalspieler – und kein Narzisst. Der Kuchen steht bereit. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

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Töröööööö!

Peter Hubchev, Fußballgott!

11mm bis Jerusalem

Das Hooligan-Konkordat

„Bei den Eingängen zu den Fansektoren sollen Gesichtsaufnahmen der Fans gemacht werden, um fehlbare Zuschauer besser identifizieren zu können. Es geht dabei nicht um Portrait-Aufnahmen, sondern um Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln.“ Als die Anzahl anreisender Hooligans zur EM 2008 in der Schweiz nicht einzuschätzen war, führte man ad hoc das sogenannte „Hooligan-Konkordat“ ein, das wegen seiner Verfassungswidrigkeit nur bis 2009 gelten durfte. Eigentlich. Wegen „zunehmender Gewalt“ ohne wissenschaftlichen Beleg wurde das Konkordat plötzlich „überarbeit“, 23 von 26 Kantone nickten ab. Unsere Leseempfehlung geht raus an die Kollegen des Transparent Magazins und ihrer aktuellen, 20. Ausgabe.

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Also wer das noch kennt…

Gegen Rassismus, für Poesie

Eine Frage, Loriot!

Seeler, Brinkmann, Mill

Der DFB wie eh und je